Das Projekt The Ocean Cleanup  hat sein Auffangsystem für Plastikmüll im Wasser erfolgreich installiert und damit seine Säuberungsaktion aufgenommen.

Das Projekt The Ocean Cleanup  hat sein Auffangsystem für Plastikmüll im Wasser, das System 001, erfolgreich installiert und damit seine Säuberungsaktion aufgenommen. Der erste Einsatz findet auf dem Pazifik zwischen Kalifornien und Hawaii statt. Das System 001 ist ein etwa 600 Meter langer U-förmiger Schwimmkörper, an dem ein drei Meter ins Wasser reichender Vorhang aufgehängt ist und  soll Plastikmüll aus dem Pazifik filtern. Die Teile sammeln sich in dem U-förmig ausgelegten Schlauch mit dem Vorhang und werden schließlich von einem Schiff eingesammelt und abtransportiert.

In fünf Jahren soll damit bis zur Hälfte des Plastikmülls aus dem  Nordpazifikwirbel gefischt werden, der Wirbel  als eine der größten Ansammlungen von Plastikmüll weltweit gilt. Er wird deshalb auch Great Pacific Garbage Patch , Großer Pazifischer Müllfleck, genannt. Verläuft dieses erste Projekt erfolgreich, will The Ocean Cleanup bis zu 60 weitere Auffangsysteme für Plastikmüll in den Weltmeeren installieren. Ziel ist, 90 Prozent des Plastikmülls bis zum Jahr 2040 aus den Ozeanen zu fischen.

Mikroplastik weiterhin ein Problem

Mit den Systemen von The Ocean Cleanup können aber nur große Kunststoff-Objekte aus dem Wasser gefischt werden, bevor sie in viele kleine Teile zerfallen. Sogenanntes Mikroplastik ist außer der Reichweite von Aktionen wie Ocean Cleanup . Das macht es fast unmöglich, die winzigen Kunststoffteilchen wieder aus der Umwelt zu entfernen. Grundsätzlich werden in der Wissenschaft alle Teilchen als Mikroplastik angesehen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Anders als große Plastikobjekte können sie daher von Lebewesen aufgenommen, gegessen und eingeatmet werden. Das birgt Gefahren sowohl für die Umwelt als auch den Menschen. Obwohl die Forschung noch am Anfang steht, legen Studien nahe, dass Mikroplastik zu den gefährlichsten Umweltschadstoffen zählt.

Gefahr für Wasser und Land
Besonders die Ökosysteme im Meer sind bei hoher Kunststoffteilchen-Konzentration gefährdet. Plankton im Wasser verwechselt Mikroplastik mit Nahrung und stirbt deswegen. Es bildet aber die Basis der Nahrungskette. Alle Organismen, die Plankton fressen, haben dann weniger Nahrung und leiden darunter. Das führt dazu, dass es von allen Lebewesen weniger gibt – auch von Fischen beispielsweise. Korallen oder Muscheln sind genauso akut gefährdet, denn sie filtrieren die Kunststoffpartikel direkt aus dem Wasser. Wegen zu viel Aufnahme von Mikroplastik wurden bei Meerestieren bereits Entzündungen dokumentiert.

Informationen zu den Chancen und Risiken für das System direkt von Gründer Boyan Slat unter:

https://www.facebook.com/TheOceanCleanup/videos/314430172450245/