Die Titanic II, ein Nachbau des berühmten Luxusliners, soll nun doch gebaut werden und in der Saison 2022 seine Fahrt auf der Transatlantikroute aufnehmen

Die Titanic II, ein Nachbau des berühmten Luxusliners, soll nun doch gebaut werden und in der Saison 2022 seine Fahrt auf der Transatlantikroute aufnehmen – exakt 110 Jahre nach dem Untergang des Originals. Zwischenzeitlich lagen die Pläne auf Eis, nun lässt der australische Milliardär Clive Palmer sie wieder aufleben. Die Neuauflage des legendär-tragischen Schiffes soll in Dubai gebaut und von dort auf einer zweiwöchigen Jungfernfahrt nach Southampton überführt werden. Danach geht es auf der Route der einzigen Reise des Originals von Southampton nach New York.

In Planung ist das Projekt Titanic II der australischen Blue Star Line bereits seit 2012. Hinter der Reederei steht der australische Milliardär Clive Palmer. Er ist Chairman der Blue Star Line, welche wiederum als Tochtergesellschaft seinem Bergbaukonzern Mineralogy angegliedert ist. Dieser stritt in den vergangenen Jahren mit der chinesischen Gesellschaft Citic. Das hatte auch Auswirkungen auf die «Titanic II»: Zum einen wurde der Bau unterbrochen, zum anderen haben sich die Pläne geändert. Ursprünglich sollte das Schiff in einer chinesischen Werft gebaut werden und von Jiangsu nach Dubai auf Jungfernfahrt gehen. Nun wird das Schiff in Dubai gebaut. Die eigentliche Paraderoute folgt danach, zwischen Southampton und New York – also auf der Strecke, auf welcher auch die originale Titanic ihre unglückliche Jungfernfahrt absolvierte. Die Titanic II soll in den Sommermonaten zwischen Southampton und New York genau die Route befahren, auf der das Original 1912 untergegangen ist. Die restliche Zeit soll es die Weltmeere befahren und Gästen auf der ganzen Welt ein authentisches Bild der originalen Reise bescheren. Palmer legt großen Wert darauf, dieses Bild so realistisches wie möglich zu machen: Die Räume sind dem Original nachempfunden, von den Speisesälen über die herrschaftliche Treppe bis zu den Kabinen. Das Menü wird das gleiche sein, das auf der Original-Titanic auf den Tisch kam und die Karten können entweder für die 1., 2. oder 3. Klasse erworben werben.Den Gästen sollen sogar Kostüme aus jener Zeit zur Verfügung gestellt werden, um das Erlebnis so authentisch wie möglich zu machen. Auch die bekannten Schornsteine werden auf dem Deck stehen – obwohl sie nicht gebraucht werden, weil das Schiff nicht mehr mit Kohle, sondern mit Diesel betrieben wird.

Wie das Original – nur besser

Die Titanic II, deren Baukosten geschätzte 500 Millionen US-Dollar betragen, wird sich beim Layout möglichst eng an das Original halten, allerdings mit wesentlichen Modernisierungen. Das Schiff wird 269 Meter lang und 32 Meter breit sein, und über 383 Kabinen Erster Klasse, 201 Kabinen Zweiter Klasse sowie 251 Kabinen Dritter Klasse verfügen und damit Platz für rund 2400 Passagiere bieten. Bis zu 900 Crew-Mitglieder sollen die Passagiere betreuen. Die Kabinen, architektonisch dem Original nachempfunden, werden über modernste Technologien und Annehmlichkeiten verfügen. Während das Schiff im Inneren vor allem in Sachen Prunk und Luxus ganz an seinen berühmten Vorfahren erinnern soll, setzt Blue Star Line bei allem anderen auf modernste Technik und Sicherheitsvorkehrungen Es sind auch 18 Rettungsboote mit Kapazität für je 250 Personen vorgesehen – was ja beim Original etwas vernachlässigt wurde. Dazu sind die Schiffsschrauben drehbar, was die Fahrtüchtigkeit verbessert. (sowie für 473 Crew-Mitglieder)

Als Direktor für Sales & Marketing sowie für die Personalrekrutierung fungiert der Australier Clive Mensink. Dieser kommt eigentlich aus der Bergbauindustrie und nicht aus der Kreuzfahrt. Aktuell sind Mensink und sein Team noch in London untergebracht, doch wird der Europa-Sitz von Blue Star Lines wegen des bevorstehenden Brexits im März 2019 nach Paris verlegt.

Weitere Informationen unter https://www.bluestarline.com.au/