Nach Einführung einer Touristensteuer am 1. Januar für Kreuzfahrttouristen, laufen MSC Cruises sowie CMV die Stadt mit ihren Schiffen nicht mehr an.

Nach Einführung einer Touristensteuer am 1. Januar, die gezielt Kreuzfahrttouristen in Visier hat, laufen MSC Cruises sowie Cruise and Maritime Voyages die Stadt mit ihren Schiffen nicht mehr an. Touristenabgaben fallen in der Regel für Übernachtungen an und sind in einem Hotel-, B & B- oder Airbnb-Tarif enthalten, wodurch die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe nicht zahlen müssen. Seit dem 1. Januar stellt Amsterdam aber allen Passagieren im Transitverkehr – darunter also auch diejenigen, die mit dem Schiff ankommen und abreisen – eine Touristensteuer in Rechnung. Kreuzfahrtunternehmen zahlen die Kosten von 8 € pro Person für Besucher, die sich höchstens 24 Stunden lang aufhalten.  Passagiere, die ihre Kreuzfahrt in Amsterdam beginnen oder beenden, müssen die Touristensteuer nicht bezahlen.

Die Reederei CMV wies insbesondere auf die verspätete Kündigung hin, da die Einführung der neuen Touristensteuer erst im November 2018 bestätigt wurde. Die späte Einführung dieser neuen und nicht gestaffelten Gebühren sei daher nicht budgetiert worden. In der Regel geben Reedereien die Kosten weiter an die Passagiere, indem sie den Fahrtpreis anpassen und erhöhen. Die Kommunalpolitiker hätten nicht anerkannt oder verstanden, dass die Kreuzfahrtindustrie ihre Budgets zwei bis drei Jahre im Voraus plane. CMV hat darum beschlossen, die meisten seiner geplanten Anrufe nach Amsterdam im Sommer 2019 und 2020 zu annullieren: Dreißig Anläufe mit der „Columbus“ und sieben mit der „Magellan“ werden durch einen Stopp in Rotterdam ersetzt, rund 50.000 Passagiere sind davon betroffen. Dies bedeutet einen erheblichen Verlust für Amsterdam, da zum einen die Hafengebühren für die Schiffe wegfallen und zum anderen die Stadt Amsterdam zwischen 50 und 100 Euro pro Passagier in Bezug auf die potenziellen Ausgaben verlieren wird. Dies zumindest legt eine interne Auswertung der Reederei MSC Cruises nahe, die ebenfalls die niederländische Metropole nicht mehr anlaufen wird.

Die Cruise Line International Association (CLIA) wies daraufhin, dass die Passagiere von Transit-Kreuzfahrten nur ein Prozent des gesamten Touristenverkehrs in Amsterdam ausmachten. Im vergangenen Jahr habe die Stadt Amsterdam aber einen Nettoumsatz von mehr als 60 Millionen Euro mit dem Hafen von Amsterdam aus Kreuzfahrtanläufen gemacht – neben Gebühren sind darin auch Dienstleistungen wie Lotsen, Festmacher, Bunker, Hafenagenten sowie Bestellungen und Einkäufe bei einheimischen Unternehmen enthalten. Die Folge sei nun ein Defizit in Höhe von mehreren Millionen Euro für die Stadt Amsterdam, weil diese Einkünfte wegfielen.

Amsterdam ist nicht das einzige beliebte Kreuzfahrtziel, das touristische Tagessteuern erhebt. Die Stadt Venedig hat kürzlich eine tägliche Gebühr von 10 € pro Person angekündigt. Und die katalanische Regierung hat bereits  im Jahr 2017 ihre Tourismusabgabe auf den neuesten Stand gebracht und verlangt für Kreuzfahrtpassagiere, die weniger als 12 Stunden im Hafen von Barcelona verbringen, 0,65 Euro pro Person sowie 2,25 Euro für Kreuzfahrgäste, die sich länger als 12 Stunden im Hafen aufhalten.