Die Plastikmüllteppiche im Pazifik, die sogenannten Trash Isles, sollen ein eigener Staat werden. Umweltaktivisten haben einen Antrag gestellt, die Trash Isles als 194. Staat in die UN aufzunehmen.

Die Plastikmüllteppiche im Pazifik, die sogenannten Trash Isles, sollen ein eigener Staat werden. Umweltaktivisten haben einen Antrag gestellt, die Trash Isles als 194. Staat in die UN aufzunehmen. Damit wollen die Umweltschützer auf die immer schlimmer werdende Plastikmüll-Plage in den Ozeanen aufmerksam machen wollen. Das Gebilde im Pazifik, irgendwo zwischen Japan und Hawaii, hat bereits Wappen (Devise: «Der Ozean braucht uns»), Flagge (blau-weiß mit grünem Dreieck), Währung (den Debris) und Briefmarken (mit Fischen, Vögeln und Schildkröten als Motiv).

Es wird vermutet, dass heute schon etwa 140 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen schwimmen. Jahr für Jahr kommen schätzungsweise acht Millionen Tonnen hinzu. Tatsächlich treibt ein gigantischer Teppich aus Plastikmüll durch den Pazifik: Flaschen, Tüten, Verpackungen, aller möglicher sonstiger Dreck. Das Meiste zerfällt nach und nach zu Kleinteilchen, die unter der Wasseroberfläche driften und die man kaum noch erkennt. Entdeckt wurde der Müllstrudel von Wissenschaftlern schon vor 20 Jahren. Experten schätzen, dass er inzwischen größer als Frankreich ist, eine Fläche von mindestens 700 000 Quadratkilometern. Weil er jedoch durch Regionen treibt, in denen weder viele Schiffe noch Urlauber unterwegs sind, hält sich das Interesse daran in Grenzen. Die Kampagne zur Anerkennung der Trash Isles, hinter der die US-Umweltstiftung Plastic Oceans Foundation steckt, soll das nun ändern. Die Idee wurde von zwei Werbeprofis in London entwickelt. Der Designer Mario Kerkstra entwarf Wappen, Reisepass und Flagge. Wer sie sich genauer anschaut, erkennt, dass das grüne Dreieck der Boden einer Plastikflasche ist, die vor weißem Himmel im Wasser dümpelt.

Vor allem aber haben die Trash Islander aber bei den Vereinten Nationen einen Antrag auf Aufnahme als UN-Mitgliedsland Nummer 194 gestellt. Mehr als 230.000 Menschen haben die Petition schon unterschrieben. Grundlage für die staatliche Anerkennung soll die Konvention von Montevideo sein, ein Vertrag von 1933 über die Rechte und Pflichten von Staaten. Wichtigster Unterstützer ist Al Gore, früher Vize von Bill Clinton und heute Klimaschutz-Aktivist. Sein Pass trägt die Nummer TI7B90H3, gültig bis 7. Juli 2027. Auch andere Prominente sind bei der Kampagne dabei. Die britische Schauspielerin Judi Dench ( James Bond») zum Beispiel hat sich großzügig bereit erklärt, als Königin zur Verfügung zu sehen. Allzu große Hoffnungen auf Erfolg machen sich die Trash Islander allerdings nicht – zumal sie bei einer Aufnahme in die Vereinten Nationen gleich in einen Gewissenskonflikt kämen. Nächstes Ziel wäre nämlich, den neuen Staat möglichst schnell wieder verschwinden zu lassen. Oder wie es in ihrem Slogan heißt: „Sorgt dafür, dass das erste Land aus Müll das letzte ist.“

 

Weitere Informationen zu der Kampagne unter

www.change.org/p/un-generalsekretär-antónio-guterres-erkennen-sie-die-trash-isles-als-offizielles-land-an-schützen-sie-unsere-ozeane

oder unter:

http://www.ladbible.com/trashisles/welcome