Wer auf einer Kreuzfahrt eine kleinere Kabine oder Suite bekommt als angegeben, darf den Reisepreis nachträglich mindern.

Wer auf einer Kreuzfahrt eine kleinere Kabine oder Suite bekommt als im Katalog oder Werbeprospekt angegeben, darf den Reisepreis nachträglich mindern. Auch eine grundlegend andere Aufteilung der Kabine oder Suite als angegeben ist Grund genug für eine Kürzung des ursprünglich bezahlten Preises. Das gilt sowohl für Angaben in Printprodukten als auch digital wie im Internet. Allerdings ist eine Abweichung von bis zu 10 Prozent bei der Größe der Kabine oder Suite hinzunehmen. So urteilte das Amtsgericht Hamburg (Az.: 17a C 54/17), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ schreibt.

Im verhandelten Fall hatte der Kläger eine Kabine gebucht, die laut Angebot 22 Quadratmeter groß sein sollte. Tatsächlich war die Kabine aber nur 19,3 Quadratmeter groß und die Abweichung betrug damit mehr als zehn Prozent. Außerdem hatte die Reederei nach Auffassung des Gerichts nicht ausreichend klargemacht, dass die im Prospekt zu sehende Raumaufteilung nur beispielhaft war und die Kabine auch einen anderen Zuschnitt haben konnte. Das Amtsgericht Hamburg hielt daher eine Minderung des Reisepreises in Höhe von 15 Prozent für angemessen.

Der Kläger hatte deutlich mehr Geld zurückverlangt, denn er bezog seine Klage auf die Preisdifferenz zu einer erheblich günstigeren Kabine. Dies lehnte das Gericht jedoch ab, denn es sei maßgeblich, wie stark der Mangel die Reise tatsächlich beeinflusst habe. Die zugewiesene Kabine habe auf der Kreuzfahrt aber sämtliche Aufgaben erfüllt, die man ihr zuschreiben könne. Dass sie kleiner und anders geschnitten war als versprochen, sei lediglich eine Komforteinschränkung, für die der Kläger zwar entschädigt werden müsse, aber nur in geringerem Maß.

 

 

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