Reedereien dürfen an Bord ihrer Schiffe nicht automatisch Trinkgeld von ihren Passagieren einziehen. Damit entschied das Landgericht Koblenz im Sinne der klagenden Verbraucherschützer, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband mitteilte. Verbraucher müssen einem Trinkgeld demnach ausdrücklich zustimmen.

Reedereien dürfen an Bord ihrer Schiffe nicht automatisch Trinkgeld von ihren Passagieren einziehen. Damit entschied das Landgericht Koblenz im Sinne der klagenden Verbraucherschützer, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband mitteilte. Verbraucher müssen einem Trinkgeld demnach ausdrücklich zustimmen.

Die Rechtsreferentin der Verbraucherschützer, Kerstin Hoppe, erklärte, in der Kreuzfahrtbranche sei es “gängige Praxis, die Endpreise durch versteckte Trinkgelder zu erhöhen”. Dem sei nun eine Grenze gesetzt. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Im verhandelten Fall hatte der Anbieter automatisch zehn Euro pro Person und Nacht als Trinkgeld vom Bordkonto der Reisenden abgebucht. Das Unternehmen verwies auf eine entsprechende Regelung in den Geschäftsbedingungen. Im Reiseprospekt wurde darauf hingewiesen, dass die Zahlung an der Rezeption gekürzt, gestrichen oder erhöht werden könne.

Dagegen klagten die Verbraucherschützer – mit Erfolg: Nach Ansicht des Landgerichts müssen Kunden einer Zahlung, die über die Hauptleistung hinausgeht, ausdrücklich zustimmen. Das war im vorliegenden Fall aber nicht gegeben. Nach Auffassung des Richters verstieß das Unternehmen damit gegen das Gebot der Ausdrücklichkeit.

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