Neues Urteil: Obligatorische Trinkgelder, die Kreuzfahrtunternehmen den Passagieren in Rechnung stellen, müssen im Gesamtreisepreis enthalten sein.

Obligatorische Trinkgelder, die Kreuzfahrtunternehmen an Bord ihrer Schiffe den Passagieren pro Tag in Rechnung stellen, müssen im Gesamtreisepreis enthalten sein. Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht in Schleswig hat in einem neuen Urteil einer Berufungsentscheidung die Rechte von Verbrauchern gestärkt. Demnach müssen die obligatorischen Trinkgelder auf Kreuzfahrten bei den Gesamtkosten für die Reise sichtbar sein.

Der 6. Zivilsenat hat entschieden, dass obligatorische Trinkgelder im beworbenen Reisepreis angegeben werden müssen (Aktenzeichen 6 U 24/17), wie das OLG mitteilte. Das beklagte Unternehmen, das Schiffsreisen vermittelt, hatte mit einem Gesamtpreis für eine Kreuzfahrt geworben. In diesem fehlte jedoch ein Serviceentgelts von 10 Euro pro Tag, das nach den Vertragsbedingungen von jedem Kreuzfahrtgast bezahlt werden muss. Es wurde nur dann nicht berechnet, wenn der Gast eine Nacht nicht an Bord verbringt.

Da das Service-Entgelt aber von jedem Kreuzfahrt-Gast bezahlt werden muss, muss es als sonstiger Preisbestandteil im Gesamtpreis ausgewiesen werden. Denn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sei unter dem Begriff “Gesamtpreis” der Preis zu verstehen, der einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Bestandteile vom Verbraucher zu zahlen sei, so das Gericht. Das OLG bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Lübeck.