Der US-Kongress hat einen Untersuchungsausschuss gegen die Carnival Corporation beschlossen, wie mit COVID-19 auf den Kreuzfahrtschiffen umgegangen wurde

Der US-Kongress hat einen Untersuchungsausschuss gegen die Carnival Corporation beschlossen: Das Hauskomitee für Verkehr und Infrastruktur leitete eine Untersuchung ein, wie die Kreuzfahrtgesellschaft mit COVID-19 auf ihren Kreuzfahrtschiffen umging. Der Ausschuss soll klären, inwieweit die Schiffe des weltgrößten Kreuzfahrtkonzerns für die Verbreitung des Coronavirus in den USA mitverantwortlich sind und wie  auf den Schiffen mit der Bedrohung umgegangen wurde.

In einem Brief an den Präsidenten und CEO von Carnival, Arnold Donald, wies der Vorsitzende des Ausschusses, Peter DeFazio, auf die Corona-Ausbrüche auf Schiffen des Carnival-Konzerns sowie auf die in der Vergangenheit vorgekommenen Ausbrüche von Norovirus hin. Kreuzfahrtschiffe seien aufgrund ihrer Bedingungen an Bord ein fruchtbarer Nährboden für Infektionskrankheiten, erklärte DeFazio. Er zitierte dabei auch die Warnung des US-Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten CDC, nach der Kreuzfahrtschiffe aufgrund ihrer geschlossenen Umgebung, des Kontakts zwischen Reisenden aus vielen Ländern und des Transfers von Besatzungsmitgliedern zwischen Schiffen häufig Schauplätze für Ausbrüche von Infektionskrankheiten seien. Die CDC hatte die Verbreitung von COVID-19 in insgesamt 15 Staaten mit Passagieren auf Kreuzfahrtschiffen in Verbindung gebracht. Die jüngsten Medienvorwürfe zur Reaktion von Carnival auf Corona-Ausbrüche an Bord seien ziemlich beunruhigend, fuhr DeFazio fort. Bloomberg hatte als erstes Medium darüber berichtet, dass hochrangige Angestellte von Carnival über Infektionen an Bord informiert gewesen seien, aber keine geeigneten Maßnahmen ergriffen hätten. Dies habe möglicherweise zu einer höheren Zahl von Infektionen und damit der Ausbreitung der Krankheit geführt. Auch eine hochrangige CDC-Beamtin, die die CDC-Task Force für Kreuzfahrtschiffe leitet, sagte, es sei ihr schwer gefallen zu glauben, dass die Schiffe von Carnival nur Opfer des Zufalls seien.

DeFazio forderte die Carnival Corporation auf, Unterlagen zum Thema Coronavirus auf ihren Schiffen zusammen mit flottenweiten Plänen zur Verhinderung und Bekämpfung von Ausbrüchen, die bis zum 1. Januar in Kraft waren, sowie zur Korrespondenz mit der CDC und anderen öffentlichen Gesundheitsbehörden, vorzulegen. Das Komitee bat außerdem die CDC und die US-Küstenwache um Aufzeichnungen über den Umgang von Carnival mit Coronaviren. Der Gesetzgeber möchte diese Aufzeichnungen ab dem 15. Mai untersuchen. Ein Sprecher der Carnival Corporation sagte, das Ziel des Kreuzfahrtunternehmens sei dasselbe wie das des Ausschusses: Schutz der Gesundheit, Sicherheit und des Wohlbefindens von Gästen und der Besatzung. Man werde uneingeschränkt mit dem Ausschuss zusammenarbeiten

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