US-Soldaten der Navy haben dafür gesorgt, dass das Bier in Reykjavik gerade etwas knapp ist: die etwa 7000 Matrosen tranken sämtliche Biervorräte leer.

US-Soldaten der Navy haben dafür gesorgt, dass das Bier in Reykjavik gerade etwas knapp ist. Die Matrosen, die am NATO-Manöver Trident Juncture in Norwegen teilnehmen, verbrachten ihre freien Tage in Island, genauer gesagt in der Hauptstadt Reykjavik und hatten anscheinend großen Durst. Wie isländische Zeitungen berichten, tranken die etwa 7000 Matrosen sämtliche Biervorräte vieler Restaurants, Bars und Kneipen leer.

Die Brauerei Ölgerðin Egill Skallagrímsson die das beliebte Egils Gull-Bier herstellt, musste deshalb ihre gesamten Lagervorräte an die Bars ausliefern. Weiterer Nachschub kam mit mehreren Lastwagen aus der knapp 400 Straßenkilometer entfernten zweitgrößten isländischen Stadt Akureyri, wo die ortsansässige Brauerei Viking-Brugg ihre Vorräte an Viking- und Thule-Bier auf den Markt warf. Auch das eilig angelieferte Craft Beer aus der 2011 gegründeten Gæðingur Micro Brewery mit Sitz in Sauðárkrókur im Nordwesten der Insel reichte bei weitem nicht aus. Zumal auch die Einheimischen als recht trinkfreudig gelten und beim Pro-Kopf-Verbrauch in der europäischen Spitze zu finden sind. Denn im Jahr 1915 wurden Bier und alle anderen alkoholischen Getränke verboten, um sicherzustellen, dass die Isländer sich nicht um den Verstand tranken:Jahrzehntelang wurde so das Land nicht nur durch Vulkanausbrüche erschüttert, sondern auch durch Abstinenzbewegungen und groteske Prohibitionsgesetze, die dem zügellosen Wikingervolk den Genuss starker Biere untersagten. Aus purer Verzweiflung erfand ein findiger Isländer darum das sogenannte Bjórlíki, ein fürchterliches Gebräu aus nichtalkoholischem Bier und Spirituosen wie Wodka oder Whisky. Spanischer Rotwein wurde zwar 1922 wieder legalisiert, aber Bier war bis zum 1. März 1989 nicht zugelassen. Der 1. März ist in Island ein heimlicher Feiertag: dann ist der Nationale Tag des Biers und in jedem Jahr wird ausführlich gefeiert, dass dieses Getränk wieder legal getrunken werden darf.