Bei Flugreisen in die USA gibt es ein Kürzel auf der Bordkarte, das nicht nur das Einchecken schwieriger macht, sondern zu verschärften Kontrollen bei der Einreise führt. Wer das Kürzel SSSS auf dem Flugticket stehen hat, wird besonders intensiv überprüft.

Bei Flugreisen in die USA gibt es ein Kürzel auf der Bordkarte, das nicht nur das Einchecken schwieriger macht, sondern zu verschärften Kontrollen bei der Einreise führt. Wer das Kürzel SSSS auf dem Flugticket stehen hat, wird besonders intensiv überprüft. Dieses Kürzel wurde nach dem Terror-Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 vom FBI eingeführt. Fluggäste, die das Kürzel SSSS auf dem Flugticket stehen haben, wurden von der Homeland Security aufgrund spezieller Kriterien ausgewählt und auf eine Liste mit Passagieren gesetzt, die sich besonderen Kontrollen unterziehen müssen. Wie und warum man auf die Liste gerät, ist nicht ganz klar. Offiziell geschieht dies grundsätzlich nach einem Zufallsprinzip. Aber es gibt offenbar Quotenvorgaben, entscheidend für die Auswahl könnte der Zeitpunkt der Buchung (je kurzfristiger desto verdächtiger) sein. Ins Visier geraten wohl auch Passagiere, die Tickets bar bezahlen oder als Deutsche im Ausland die Reise antreten. Selbst ein Sitzplatzwechsel oder spezielle Essensvorbestellungen können Verdacht erwecken.

„Secondary Security Screening Selection“

Seit einiger Zeit scheint vieles in Sachen Sicherheit schärfer gehandhabt zu werden als bislang. Das Kürzel SSSS wird deutlich häufiger vergeben als zuvor. Dieses Kürzel bedeutet Secondary Security Screening Selection und führt zu ziemlich einschränkenden Konsequenzen. Das beginnt beim Einchecken, denn wer auf dieser Liste steht, kann nicht mehr bequem zuhause online auf dem Computer einchecken, sondern muss an den Schalter. Bereits dort werden der Reisende und sein Handgepäck ausführlich überprüft.

Auch soziale Medien von Interesse

Der richtige Ärger fängt aber bei der Einreise an: Man kann nicht die Automaten für die Dokumentenerfassung nutzen, sondern wird meistens bei der Einreise bei der Immigration ausgemustert und bereits von Beamten der Homeland Security erwartet. In einem abgesonderten Raum findet dann eine ausführliche Befragung statt, vor allem nach Gründen und Zielen der Einreise. Handys müssen ausgeschaltet bleiben und das Handgepäck darf nicht angerührt werden. Es kommt aber auch öfter vor, dass Fluggäste den Beamten Inhalte ihres Mobiltelefons präsentieren müssen. Auch die privaten Accounts sozialer Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram interessieren die Beamten. Wer über ein Profil bei sozialen Medien verfügt, sollte die Kennwörter parat haben, wenn er in die USA einreisen möchte. Denn eine (durchaus verständliche) Weigerung, die Beamten die privaten Online-Profile einsehen zu lassen, kann ziemlich schnell zur Einreiseverweigerung führen.

Lange Wartezeiten

Mit langen Wartezeiten muss man auf jeden Fall rechnen, wenn das Kürzel „SSSS“ auf dem Flugticket steht. Wer zur separaten Befragung gebeten wird, kommt selten unter einer Stunde weg.  Manchmal dauert die Einreise aber noch ein paar Stunden länger und es ist auch schon vorgekommen, dass trotz gültiger ESTA oder mit erteiltem Visum die Einreise verweigert wird. Dies liegt im Ermessen der Beamten, die die Befragung durchführen. Es empfiehlt sich also ruhig und höflich zu bleiben, auch wenn dies nach einem Interkontinentalflug und entsprechender Müdigkeit schwerfallen mag.

Gründe, warum man auf der Liste steht

Es gibt keine offiziellen Angaben, wie und warum man auf die Liste gesetzt wird. Dies alles können Gründe sein:

  • Das Ticket wurde vom Reisenden nicht selbst gekauftund bezahlt
  • Man reist als Deutscher aus einem anderen Land als Deutschland ein
  • Man reist in ein anderes Land zurückals in das, aus dem man eingereist ist
  • Das Ticket wurde kurzfristig oder gar erst am Abflugtag gekauft
  • Das Ticket wurde bar bezahlt
  • Man hat ein One-Way-Ticket gekauft
  • Bei der Essensvorbestellung wurde “halal”, „vegetarisch“ oder auch “vegan” gewählt

Mit richtigen Problemen bei der Einreise muss man rechnen, wenn bereits in der Vergangenheit die Einreise verweigert wurde oder der Name ähnlich oder gleich der umfangreichen Liste der Homeland Security von verdächtigen Personen ist. Aber auch wer das Kürzel „SSSS“ nicht auf sein Ticket gedruckt bekommt, sollte mit Überprüfungen bei der Sicherheitskontrolle, am Gate oder bei der Einreise rechnen. Hintergrund ist das angedrohte Verbot von Laptops auf allen Flügen in die USA, das  bereits zeitweise für Fluglinien aus bestimmten arabischen Ländern galt. Durch die neuen Sicherheitsmaßnahmen konnte ein weltweites Laptop-Verbot an Bord verhindert werden.