Flussreisenanbieter Uniworld verklagt die Reederei MSC Cruises wegen eines Unfalls der MSC Opera in Venedig auf 11,5 Millionen Euro Schadenersatz

Der Flussreisenanbieter Uniworld verklagt die Reederei MSC Cruises: Am 2. Juni 2019 war es in Venedig zu einem Beinahe-Crash der MSC Opera mit dem Flusskreuzfahrtschiff River Countess der britischen Firma Uniworld gekommen. Nun hat Uniworld beim obersten britischen Gerichtshof eine Klage gegen MSC Cruises eingereicht. Der Flussreisenanbieter klagt auf Schadenersatz und macht einen Verlust von 11,5 Millionen Euro geltend, der neben Rückerstattungen an die Kunden auch entgangene Einnahmen beinhaltet. Abgesehen von den schweren Schäden am Schiff musste Uniworld 14 Reisen absagen – mitten in der Hochsaison.

Gespräche mit MSC Cruises blieben ergebnislos, sagte Ellen Bettridge, CEO und Präsidentin von Uniworld: „Wir sind äußerst enttäuscht über die unprofessionelle Art und Weise, in der MSC beschlossen hat, den Ernst der Lage zu ignorieren, die unsere Gäste, unsere Partner und unser Team betroffen hat. Wir gehen nicht gern vor Gericht, waren aber aufgrund der Blockade und der Verzögerungen durch MSC Cruises und seine Vertreter dazu gezwungen – auch nach Erhalt eines Garantieschreibens ihrer eigenen Versicherungsagentur in Westengland. Wir erwarten mehr und Besseres von Kollegen aus der Kreuzfahrtindustrie und bedauern, dass wir vor Gericht gehen müssen, um angemessene Abhilfe zu schaffen“, sagte Bettridge. Die Klage über 11,5 Millionen Euro schließt zusätzliche potenzielle Ansprüche von Kunden und damit verbundene Schäden aus – Gäste könnten also noch selber gegen MSC klagen. Der Vorfall betraf im Laufe mehrerer Monate laut Uniworld insgesamt fast 1600 potenzielle Gäste. “Diese Situation war unglaublich beunruhigend, insbesondere für die Gäste und die Crew, die den traumatischen Moment an Bord hautnah erlebt haben, und für diejenigen, die sich die schrecklichen Videos von dem Unfall angesehen haben“, sagte Bettridge.

Die Untersuchung des Vorfalls von den italienischen Behörden ist noch nicht abgeschlossen. MSC gab damals technische Probleme an, die zum Unfall führten. Nach Aussagen des Leiters des Schlepperdienstes blockierte der Antrieb des Schiffes und habe deshalb beim Anlegen selbständig beschleunigt anstatt abzubremsen. Die beiden Begleit-Schlepper hätten noch versucht, die Fahrt zu bremsen, doch sei eine ihrer Ketten unter dem Druck gerissen. Die MSC Opera bietet Platz für mehr als 3500 Menschen.

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