Die neue Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, will CO²-Zertifikate auch für Schiffe. In ihrem Programm für die Legislaturperiode bis 2024

Die neue Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, will CO²-Zertifikate auch für Schiffe. In ihrem Programm für die Legislaturperiode bis 2024 ist neben einer Reduzierung der Zuteilungsmenge kostenloser Emissionszertifikate für Fluggesellschaften auch eine Ausdehnung des Zertifikatehandels auf die Schifffahrt vorgesehen. Dies sei erforderlich, um die europäischen Klimaziele zu erreichen, erklärt die CDU-Politikerin. Ihr Plan sieht eine Reduzierung der CO²-Emissionen bis 2030 und komplette CO²-Neutralität bis 2050 vor. Diese Ziele will von der Leyen gesetzlich verankern. Dann müssten nicht nur Airlines, sondern auch Reeder CO²-Zertifikate erwerben. Wie das Ganze umgesetzt werden soll, steht nicht in dem Papier. Bislang wird den Fluggesellschaften eine bestimmte Freimenge an kostenlosen CO²-Zertifikaten, die sich an den Kohlendioxid-Emissionen des Jahres 2005 orientieren, zur Verfügung gestellt. Für Emissionen, die die Ausgangswerte übersteigen, müssen die Fluggesellschaften seit 2012 Emissionszertifikate von anderen Emittenten wie Kraftwerksbetreibern kaufen. 1 Tonne CO² wird derzeit mit 20 Euro gehandelt. Die Gesamtanzahl der CO²-Zertifikate ist gedeckelt, wodurch der CO²-Ausstoß insgesamt begrenzt wird.

Die Neuregelung würde alle Schiffe betreffen, also auch die Kreuzfahrt. Vor allem ältere Schiffe, die nicht über moderne Abgasreinigungssysteme verfügen, wären dann betroffen. Nur Schiffe mit LNG-Antrieb würden profitieren. Dazu gibt es eine interessante Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Technischen Universität Hamburg (TUHH): Verglichen mit Diesel verursacht LNG-Antrieb bis zu 25 Prozent weniger CO² und bis zu 90 Prozent weniger Stickoxid. Unter der Annahme, dass bis zum Jahr 2040 weltweit rund 6.000 LNG-Schiffe und in der EU rund 480.000 LKW mit LNG-Antrieb im Einsatz sind, könnten in der EU die Schifffahrt-Emissionen um 132 Mio. Tonnen CO2 und im Schwerlastverkehr um 4,7 Mio. Tonnen zurückgehen. Bei einem Anteil von 30 Prozent Bio-LNG wäre eine zusätzliche Abgasreduktion um rund 20 Prozent möglich.

Weitere Informationen finden sich in der Agenda unter https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/political-guidelines-next-commission_en.pdf