Wegen des bevorstehenden Brexits lässt der Hafen von Dublin künftig nur noch halb so viele Kreuzfahrtschiffe andocken wie bisher, um mehr Kapazität für die Container-Schifffahrt zu haben
Wegen des bevorstehenden Brexits lässt der Hafen von Dublin künftig nur noch halb so viele Kreuzfahrtschiffe andocken wie bisher, um mehr Kapazität für die Container-Schifffahrt zu haben. Ab 2021 erhalten dann in den ersten Sommermonaten lediglich zwei Kreuzer pro Woche einen Platz an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Außerdem dürfen Kreuzfahrten nicht mehr in Dublin beginnen oder enden. Grund ist die Vorbereitung Irlands auf den Brexit: Ein Austritt Großbritanniens aus der EU ohne ein Handelsabkommen würde bedeuten, dass die meisten irischen Exporte für EU-Länder nicht mehr durch das Vereinigte Königreich verschickt würden, sondern direkt verschifft werden müssten. Das Gleiche gilt umgekehrt für Importe.

Eamonn O’Reilly, CEO von Dublin Port Co., sagte dem „Irish Examiner“, dass der Hafen fast 20 Hektar für neue Grenzposten und Inspektionsanlagen neu zuteilen musste. Ab 2021 wird Dublin in den ersten Sommermonaten nur zwei Kreuzfahrtschiffen pro Woche einen Platz zuweisen. Darüber hinaus dürfen diese Schiffe nur dienstags, mittwochs oder donnerstags anlegen. Außerdem wird Dublin zum Anlaufhafen (way port), es wird keine Kreuzfahrten mehr geben, die in Dublin beginnen oder enden. In der Nebensaison wird jede Woche nur ein Kreuzfahrtschiff anlegen und das nur werktags, die Wochenenden sind für Kreuzfahrten gesperrt.

“Die Wirkung dieser neuen Politik wird darin bestehen, die jährliche Anzahl der Kreuzfahrtschiffe im Hafen ab 2021 auf etwa 80 zu begrenzen”, sagte O’Reilly. “Dies ist das gleiche Niveau an Kreuzfahrtschiffaktivitäten im Dubliner Hafen wie im Jahr 2010.” Und damit ein drastischer Rückgang um mehr als 60 Prozent der Passagiere: Nach Angaben des Statistischen Zentralamtes der irischen Regierung kamen im Jahr 2017 rund 265.000 Passagiere nach Irland. Der Anteil von Dublin betrug dabei 146.429 Passagiere, was einer Steigerung von 33 Prozent entsprach. Der Beschluss wird auch Auswirkungen auf andere Häfen der Insel haben: Ohne Dublin werden die Reedereien wohl auch nicht nach Cork fahren, wo in der Saison 2017 rund 100.000 Kreuzfahrtpassagiere ankamen. Auch Belfast muss mit Auswirkungen rechnen: Belfast ist als Hauptstadt Nordirlands Teil Großbritanniens, liegt jedoch nur 90 Seemeilen nördlich von Dublin. Im Jahr 2017 waren in Nordirland 168.100 Kreuzfahrtpassagiere zu Gast.