Reportage Queen Elizabeth

„Noch nie bin ich so gern so früh schlafen gegangen“, meint Paul. Der 52-jährige aus dem englischen Newcastle ist sonst gern auf ein paar Bier in den Pubs und Nachtclubs seiner Heimatstadt unterwegs. Aber obwohl die Queen Elizabeth, jüngster Ozeanliner der britischen Traditionsreederei Cunard, mit dem „ Golden Lion“ einen gemütlich ausgestatteten Pub in urenglischem Stil und mit vielen Biersorten im Angebot sowie den Yacht Club als niveauvolle Abendunterhaltung mit klassischen Drinks bietet, ist Paul spätestens um 22 Uhr im Bett. „Ist mir so auch noch nicht passiert, aber das lohnt sich!“

Jeden Morgen ein neues Schauspiel
Jeden Morgen ein neues Schauspiel

Denn jeden Morgen, kurz vor Sonnenaufgang gegen 5.30 Uhr, reißt Paul die Gardinen auf und schaut nach draußen: Dann beginnt vor dem Kabinenfenster eine grandiose Show. Spektakuläre Küstenabschnitte, bizarre Felsformationen, lang herabfallende, ins Meer stürzende Wasserfälle, tief eingeschnittene Fjorde, gewaltige Gletscher und im Hintergrund am Horizont türmen sich grandiose, schneebedeckte Gebirgszüge als Schattenrisse in der Dämmerung auf – nur um wenige Minuten später im Licht der aufgehenden Sonne erst rot, dann orange aufzuleuchten. Jeden Morgen gibt es eine neue, andere Szenerie, aber Paul fand bislang alle großartig und imposant: „Das ist besser als Shows am Broadway oder in Las Vegas und Fernsehen kannst Du dagegen vergessen. Du liegst hier im Bett und staunst einfach nur über diese Landschaften.“

Hubbard-Gletscher
“Da kann man nur staunen…”

Die vorbeiziehenden Landschaften gehören zu den dünn besiedelten Regionen des amerikanischen Kontinents. Wege führen keine hinein in diese Wildnis, ab und zu nur steht eine Blockhütte am Ufer. Auf der Fahrt von Anchorage entlang der Küste Alaskas ins kanadische Vancouver fährt die Queen Elizabeth dorthin, wo der Westen immer noch wild ist. Nimmt Kurs auf Goldgräber- und Westernstädte wie Skagway, Orte im scheinbaren Nirgendwo wie Ketchikan und Sitka, Nationalparks, Gletscher, kleine Strände an schroffen Felsküsten, gewaltige Wälder und natürlich: die Inside Passage.

Ketchikan, Creek Street,
Ketchikan, Creek Street, an der Inside Passage

Nicht asphaltierte Straße verbinden die Siedlungen Ketchikan, Wrangell, Petersburg und Juneau miteinander, sondern dieser Wasserweg zwischen Festland und zahlreichen bewaldeten Inseln. Außer Kreuzfahrtschiffen und einigen Fischern fahren hier sonst nur die Fähren des Alaska Marine Highway Systems, um Fracht und Menschen zu transportieren.

Jeden morgen ein neues Schauspiel
Wildes, weites Land

Dieses Land gewaltiger Ur-Natur ist der nördlichste und größte Bundesstaat der USA und den überwiegenden Teil des Jahres eine Tiefkühltruhe – aber mit überraschendem Inhalt, vor allem in den Küstenregionen: 600.000 Quadratkilometer bestehen aus Wald, 350.000 Quadratkilometer aus Tundra. Mehr als drei Millionen Seen bedecken das Land, 10.000 Flüsse durchziehen es. Alyeska” – “Großes Land” nennen die Ureinwohner ihre Heimat.

Das riesige Land ist dünn besiedelt und hat nicht einmal so viele Einwohner wie Bayern. Dafür aber das weltweit größte Nationalparkgebiet mit mehr als 50.000 Quadratkilometern Fläche, die Schweiz könnte man locker darin unterbringen. Der Wrangell-St.Elias ist ebenso Weltnaturerbe wie der Tatsheenshini-Alsek- und der Glacier Bay-Nationalpark.

Aufgewacht vor einer riesigen Eiswand
Aufgewacht vor einer riesigen Eiswand

Hier ist Paul am nächsten Morgen völlig aus dem Häuschen. Bis auf 200 Meter hat Kapitän Christopher Wells sein riesiges Schiff an den mächtigen Hubbard-Gletscher heranmanövriert und Paul ist vor einer riesigen Eiswand aufgewacht. Die gewaltigen Eismassen schleppen sich langsam, aber mit gewaltiger Kraft dem Fjord entgegen. Unter lautem Getöse kalbt der Gletscher, lässt Brocken von der Größe eines Einfamilienhauses herunterbrechen und schickt sie als türkisblau schillernde Eisblöcke aufs offene Meer hinaus.

Das Eis schillert in vielen Blautönen
Das Eis schillert in vielen Blautönen

Heute ist es etwas bewölkt, was zu einem farbenprächtigen Schauspiel führt, denn Gletscher sind im trüben Licht beeindruckender, als wenn die Sonne strahlt. Denn das Licht wird bei Bewölkung oder trübem Wetter im Eis des Gletschers anders gebrochen als bei strahlendem Sonnenschein. Während das Eis bei Sonne gleißend weiß erscheint, schillert es bei gedämpftem Licht in zig Blautönen bis hin zu dunkelviolett.

Stattliche Berge prägen die Landschaft
Stattliche Berge prägen die Landschaft

Insgesamt neun Berggipfel in dem Naturschutzgebiet sind höher als 4.420 Meter, wobei der zweitgrößte Berg des Kontinents, Mount St. Elias, stattliche 5.489 Meter hoch in den Himmel ragt. Mehr als 100 große Gletscher und damit das größte nichtpolare Eisfeld gibt es im Wrangell-St. Elias. Und auch der berühmte Copper River, Laichstube zehntausender Lachse, fließt sanft geschwungen durch den Park.

Grizzlys finden reichlich Nahrung
Grizzlys finden hier reichlich Nahrung

Der Fischreichtum lockt hier ebenso zahlreiche Braunbären und Grizzlys an wie am Brooks River. Auf geführten Ausflügen kommen die Gäste der Queen Elizabeth so nah wie möglich an die gewaltigen Tiere heran – natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand. Trotzdem lassen sich die großen Bären perfekt beobachten und fotografieren. Grizzlys sind die größten Landraubtiere der Erde, bis zu drei m groß und bis zu 500 Kilo schwer. Die Kolosse leben, von Weibchen mit ihren Jungen einmal abgesehen, als notorische Einzelgänger. Wie alle Braunbären beansprucht auch der Grizzly ein festes Revier. Die Größe seines Territoriums hängt dabei stark von der verfügbaren Nahrung ab und kann bis tausend Quadratkilometer umfassen.

Grizzly mit Nachwuchs
Schöne Schnappschüsse sind keine Seltenheit

Auf dem Weg zurück zum Schiff zeigen sich die Gäste stolz gegenseitig ihre besten Aufnahmen. Die Tierwelt in den weiten und wilden Lebensräumen Alaskas ist beeindruckend: Koyoten, Polarfüchse, Büffel, Otter, Moschusochsen, Biber, Elche, Karibus, Wildschafe, Widder und Bighorns bekommen die Passagiere der Queen Elizabeth während der Kreuzfahrt auf ihren Ausflügen zu sehen. Allerdings scheint es in Alaska auch die hartnäckigsten Moskitos der Erde zu geben, die sich von Mückenschutzmitteln nicht im Geringsten beeindrucken lassen.

Karibous sind häufig anzutreffen
Karibous sind häufig anzutreffen

In Küstennähe ist von Bord aus regelmäßig auch das Wappentier der USA, der Weißkopf-Seeadler, zu entdecken. Ruhig kreisen die großen Greifvögel mit ihrer gewaltigen Flügelspannweite am Himmel bis sie ihre Beute erspäht haben und mit einem beeindruckenden Sturzflug Fische aus dem Wasser greifen.

Das Wappentier der USA live erleben
Das Wappentier der USA live erleben

Auch Alaska war einst begehrte Beute und Kanada grenzte an Russland. Bis 1867 wurde die große Wildnis noch von St. Petersburg aus regiert, dann kauften die USA dem russischen Zaren das Gebiet für 2 US-Cent pro Acre ab (1 Acre entspricht etwa 4.050 m²). Die Spuren der russischen Architektur sind vielerorts bis heute nicht zu übersehen. In den Souvenirshops in Juneau und Ketchikan findet Paul ineinander geschachtelte Matrjoschka-Puppen wie in Russland. Die äußerste Figur trägt die Gesichtszüge Wladimir Putins, wenn man sie aufschraubt, findet man darin einen kleineren Holz-Jelzin, in dessen Innerem wiederum einen Mini-Gorbatschow. Und auch Puppen mit Lenin, Trotzki und Stalin sind im Angebot.

Reminiszenz an die russische Vergangenheit
Reminiszenz an die russische Vergangenheit

Paul freut sich über sein Souvenir und auch auf den letzten Abend an Bord, denn die Reise endet morgen im Hafen von Vancouver und er wird auf sein Frühritual verzichten. Stattdessen wird er sich zwei, drei Bier im Pub gönnen und spielt mit dem Gedanken sich im Royal Court Theater eine der extra für die Queen Elizabeth produzierten Shows anzuschauen: „ Meine Frau war von den Shows total begeistert, eine von denen hat es ja wohl tatsächlich mal vom Schiff mit Erfolg an den Broadway geschafft. Aber mal ehrlich – was sich da jeden Morgen vor meinem Kabinenfenster abgespielt hat, das ist einfach nicht zu toppen!“

 

Im nächsten Jahr ist die Queen Elizabeth in Alaska unterwegs, zum Beispiel ab / bis Vancouver für 10 Nächte vom 31.05. bis 10.06.19:

https://www.cunard.de/reise-finden/reisedetailseite/journey/q916/?utm_source=worldwidewave.de&utm_medium=afiliates&utm_campaign=Pre_Wave_Alaska_2019&utm_content=Fruehbucher_25.04.18

 

oder ab Vancouver über die Inside Passage nach Los Angeles für 15 Nächte
vom 20.06. bis 05.07.19:
https://www.cunard.de/reise-finden/reisedetailseite/journey/q918b/?utm_source=worldwidewave.de&utm_medium=afiliates&utm_campaign=Pre_Wave_Alaska_2019&utm_content=Fruehbucher_25.04.18

oder ab / bis Vancouver  für 10 Nächte vom 10.06.19 bis 20.06.19

https://www.cunard.de/reise-finden/reisedetailseite/journey/q917/?utm_source=facebook&utm_medium=afiliates&utm_campaign=Pre_Wave_Alaska_2019&utm_content=Fruehbucher_25.04.18

DIESE REPORTAGE WURDE UNTERSTÜTZT VON CUNARD LINE