Am neuen Kreuzfahrtterminal in Hamburgs HafenCity soll eine Anlage für Landstrom entstehen

Hamburg will in der Hafencity am dort geplanten neuen Kreuzfahrtterminal eine zweite Anlage für Landstrom bauen. Damit könne ein Beitrag geleistet werden, die Emissionen im Hafen zu reduzieren, heißt es in einer Unterlage des Senats. Der Landstrom für die Kreuzfahrtschiffe soll dann auch nachhaltig sein und zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert werden. Die bislang einzige Anlage für Landstrom für Kreuzfahrtschiffe, die die Hansestadt anlaufen, steht in Hamburg-Altona.  

NABU fordert mehr Druck auf Reedereien

Wie die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dorothee Martin in einem Gespräch mit dem Radiosender NDR 90,3 sagte, seien das neue Terminal und die Landstromanlage wichtige Bausteine für bessere Luft in Hamburg. Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks lobte das Projekt als klares Bekenntnis des Senats für einen grünen Hafen. Der Bau sei ein großer Schritt in die richtige Richtung, so Tjarks.Der Naturschutzbund Deutschland reagierte nicht so optimistisch: Sönke Diesener vom NABU Hamburg forderte vom Senat, Druck auf die Kreuzfahrtreedereien auszuüben, damit deren Schiffe im Hafen auch tatsächlich ihre Diesel ausschalten. Die bereits existierende Landstromanlage in Altona, die als Vorbild für die in der Hafencity gilt, werde bislang nur von einem einzigen Schiff genutzt, kritisierte Diesener.

Terminal-Rohbau soll Stadt zehn Millionen kosten

Die neue Landstromanlage ist Teil der Planungen für den Neubau des bislang provisorischen Kreuzfahrtterminals in der Hafencity, für das der Senat derzeit Kosten von rund 42 Millionen Euro veranschlagt. Das neue Kreuzfahrtterminal soll im südlichen Überseequartier entstehen, das ein französischer Investor für rund eine Milliarde Euro errichtet. Die Stadt muss aber – anders als ursprünglich vorgesehen – bis zu zehn Millionen Euro für den Rohbau des Kreuzfahrtterminals nach Frankreich überweisen. Ursprünglich ging die Stadt davon aus, dass sie das Terminal gratis bekommt.