Das Auswärtige Amt erklärt nach Beschluss des Krisenstabes in seinen Reisehinweisen, dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantänerisiko besteht.

Update 12.11.: Auswärtiges Amt rät immer noch von Kreuzfahrten ab: In ihren ständig aktualisierten Covid-19-Hinweisen rät die Behörde von der Teilnahme ab, denn es bestehe das Risiko, dass im Falle eines Covid-19-Ausbruchs an Bord von den zuständigen Behörden im Ausland eine mehrtägige Schiffsquarantäne verhängt werde. Auch ein zeitnaher Rücktransport nach Deutschland sei im Falle einer Infektion ausgeschlossen, so das Auswärtige Amt.

Aber es gibt auch Kreuzfahrten, vor denen das Auswärtige Amt nicht warnt: Ausdrücklich ausgenommen sind Flusskreuzfahrten innerhalb der EU und des Schengen-Raums mit besonderen Hygienekonzepten. Auch von Kreuzfahrten auf Schiffen, deren Reise in einem Hafen in Deutschland beginne und ohne ein Anlegen in einem ausländischen Hafen wieder in einem Hafen in Deutschland ende, rät die Behörde nicht ab.

Weitere Informationen unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

URSPRUNGSMELDUNG: Das Auswärtige Amt erklärt nach einem Beschluss des Krisenstabes der Bundesregierung in seinen Reisehinweisen, dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantänerisiko besteht. Mehrere Vorfälle, darunter das Festhalten der Aidaaura in Norwegen, betroffene Kreuzfahrtschiffe, u.a. von MSC Kreuzfahrten, Royal Caribbean und erneut ein Schiff von Princess Cruises, die alle von Häfen abgewiesen bzw. unter Teilquarantäne gestellt wurden, veranlassten die Behörde auf das derzeit bestehende erhöhte Quarantänerisiko hinzuweisen.

Das der Hinweis auf ein erhöhtes Quarantänerisiko nicht unbegründet ist, zeigt ein neuer Fall: wiederum ist ein Princess-Schiff betroffen, das vor San Francisco gestoppt wurde. Alle Passagiere mit Symptomen sollten zunächst auf das neuartige Virus Sars-CoV-2 getestet werden, bevor die Grand Princess in San Francisco einlaufen könne, sagte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento. An Bord zeigen demnach 21 Menschen Symptome. Für die Tests werden Newsom zufolge derzeit die nötigen Kits zum Schiff geflogen. Auch der ältere Mann, der in Kalifornien als erster Coronavirus-Todesfall gilt, hatte sich im Februar auf einem Princess-Schiff befunden – die Kreuzfahrt ging von San Francisco nach Mexiko und zurück. Wenige Tage später sei das Schiff erneut mit Tausenden Passagieren Richtung Hawaii in See gestochen und nun auf dem Rückweg gestoppt worden, sagte der Gouverneur. Die Tests sollen Newsom zufolge binnen weniger Stunden Aufschluss darüber geben, ob Passagiere und Crewmitglieder an Bord nur eine Erkältung haben oder an Covid-19 erkrankt sind. Gouverneur Newsom will auch alle diejenigen Reisenden kontaktieren lassen, die sich im Februar auf der Kreuzfahrt nach Mexiko befunden hatten. An Bord waren damals mehr als 50 Prozent der etwa 2500 Passagiere Kalifornier.

Weil ein österreichischer Passagier der vorangegangenen Kreuzfahrt inzwischen positiv mit dem Coronavirus getestet wurde, mussten rund 2.300 Passagiere und Crewmitglieder der MSC Opera an Bord bleiben. Dies hatte der Kapitän angeordnet. Das Schiff ist auf dem Weg nach Korfu, gestern hatten die Kreuzfahrer Athen besucht und waren zurück aufs Schiff beordert worden.

Weitere Informationen unter https://greece.greekreporter.com/2020/03/04/cruise-ship-arriving-on-corfu-could-be-quarantined-over-coronavirus-case/

Wegen der Coronavirus-Ausbreitung hat auch der Seehafen Kiel die geplante Eröffnung eines neuen Kreuzfahrtterminals abgesagt. Die Ankunft des ersten Kreuzfahrtschiffes in der neuen Saison ist aber nach wie vor für den 26. April geplant.