In Bremerhaven wird derzeit der Seabin getestet. Der schwimmende Meeresmülleimer (so die wörtliche Übersetzung) entfernt Plastikmüll, vor allem kleine Partikel bis zu 2 Millimeter.

In Bremerhaven wird derzeit der Seabin getestet. Der schwimmende Meeresmülleimer (so die wörtliche Übersetzung) entfernt Plastikmüll, vor allem kleine Partikel bis zu 2 Millimeter. Im Gegensatz zu anderen Projekten, die Müllbeseitigung im Meer zum Ziel haben (wie z. B. The Ocean Cleanup), wird das „Seabin Project“ nicht auf dem offenen Meer eingesetzt. Der auf dem Wasser treibende Eimer wird in Großhäfen installiert und saugt mit Hilfe einer Pumpe auf dem Wasser schwimmende Abfälle in seinen Sammelbehälter ein. Um sich an den schwankenden Wasserspiegel anpassen zu können, ist er an einer vertikalen Leiste montiert, die Bewegungsfreiraum gewährleistet. Die Anbringung des Seabins sollte an Stellen erfolgen, an denen durch Wind und Strömungen besonders viel Müll hineingelangen kann. Am Standort muss außerdem ein Stromanschluss vorhanden sein, um den Seabin in Betrieb nehmen zu können. Die dadurch betriebene Pumpe, pumpt 250.000 Liter Wasser pro Stunde durch den Seabin hindurch.  Der auf dem Oberflächenwasser schwimmende Müll sowie Partikel ab einer Größe von 2 mm werden im Inneren von einem wasserdurchlässigen Beutel aufgefangen. Ein zusätzlicher Ölfilter ist möglich. Das Wasser wird zurück in das Gewässer gepumpt und der gesammelte Müll kann getrennt und recycelt werden.

Bis zu 4 Kilogramm Müll soll so pro Tag aus dem Wasser entfernt werden können. Auf ein Jahr hochgerechnet ergibt das 1,4 Tonnen – eine stolze Summe. Neben Plastik werden so vor allem Zigarettenstummel aus dem Wasser gefischt. Zwei Mal täglich muss der Seabin geleert werden, denn der Beutel fasst zwar 20 Liter, doch gelangen für gewöhnlich auch viele Pflanzenteilehinein. Fische und andere Lebewesen halten genügend Abstand zu der Konstruktion, sodass sie nicht gefährdet werden. Sollte sich doch einmal ein Lebewesen in den Auffangbeutel verirren, kann es bei der nächsten Leerung unbeschadet zurück in die Freiheit entlassen werden.

Der Seabin kostet 3.300 Euro pro Stück, eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, um im kleinen Maßstab Plastik aus Meeren und Gewässern zu entfernen. Entwickelt wurde der Mülleimer von zwei australischen Surfern. Ein erfolgreiches Crowdfunding, das 1,2 Millionen Dollar brachte, legte den Grundstein für die weitere Entwicklung des Seabin Projects. Was mit einem Prototyp auf Mallorca begann, hat mittlerweile seinen Weg in viele Häfen auf der ganzen Welt gefunden. Knapp 900 seabins sind weltweit in Häfen und Marinas im Einsatz, in Deutschland neben Bremerhaven auch in Emden und Wilhelmshaven.

Weitere Informationen unter https://seabinproject.com/