Die CLIA veröffentlicht den von Oxford Economics erstellten Global Cruise Industry Environmental Technologies and Practices Report.

Update 8.8.: Immer mehr Kreuzfahrtschiffe werden mit Landstromanlagen gebaut oder nachgerüstet, berichtet die CLIA, Lobby-Organisation der Kreuzfahrtbranche. Damit können in den Häfen die eigenen Maschinen weitgehend abgestellt und grüner Strom von Land bezogen werden. Dadurch werden die lokalen Emissionen von Schiffen vollständig eliminiert, was der örtlichen Luftqualität im Hafen zugutekommt. Und es werden die allgemeinen Bemühungen der Kreuzfahrtindustrie um eine Verringerung der CO2-Emissionen unterstützt, da die Emissionen im Hafen zwischen 6 und 10 Prozent der gesamten CO2-Emissionen eines Kreuzfahrtschiffes ausmachen können.

Bereits heute sind 35 Prozent der globalen Kapazität an Kreuzfahrtschiffen mit Landstromanschlüssen ausgestattet. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden es zwei Drittel sein. Mehr als 80 Prozent aller Neubauten verfügen bereits ab Indienststellung über Landstromanschlüsse.Leider bieten bisher weltweit weniger als 20 Häfen Landstrom für große Kreuzfahrtschiffe an, drei davon in Deutschland. Die Branche ermutigt die Hafenverwaltungen, ebenfalls gezielt in nachhaltige Landstrominfrastruktur zu investieren und idealerweise mit Strom aus grünen, erneuerbaren Quellen zu versorgen. Die Kreuzfahrtunternehmen sind bereit, sich an die landseitige Stromversorgung anzuschließen, sobald diese verfügbar ist, und eng mit den Häfen zusammenzuarbeiten, um dies zu ermöglichen. „Der Anschluss eines großen Kreuzfahrtschiffes mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 12 Megawatt an das Landstromnetz ist tatsächlich nicht trivial, denn neben der erforderlichen technischen Infrastruktur einschließlich Kraftwerk, Zuleitungen und Umformanlagen, sind diverse Tests und Synchronisierungsmaßnahmen erforderlich, um einen unterbrechungsfreien Schiffsbetrieb zu gewährleisten. Diese Prozedur muss für jedes Schiff in jedem Hafen durchlaufen werden, bevor der dauerhafte Anschluss erfolgen kann“, erläutert Helge Grammerstorf, National Director des internationalen Kreuzfahrtverbandes CLIA (Cruise Lines International Association). Nicht nur die deutschen Häfen bauen ihre Landstromkapazitäten weiter aus, sondern auch in anderen Ländern, z.B. im Mittelmeerraum, sind massive Investitionen geplant, um den Ausbau voranzubringen. Im Rahmen des Fit-for-55-Programms der EU müssen alle wichtigen Häfen in der Europäischen Union bis 2030 eine Landstromversorgung einrichten. CLIA ermutigt Häfen, in denen Kreuzfahrtschiffe anlegen sollen, vorrangig in Landstromanlagen an den Kreuzfahrtliegeplätzen zu investieren.

 

Die CLIA-Mitgliedsreedereien sind entschlossen, mit Häfen und lokalen Behörden zusammenzuarbeiten, um Landstromprojekte zu unterstützen und sicherzustellen, dass die Schiffe an den Landstrom angeschlossen werden können, wenn die technischen Möglichkeiten an Land geschaffen werden, um diesen Strom auf klimafreundliche und wirtschaftliche Weise zu beziehen. Bislang sind international jedoch weit mehr Kreuzfahrtschiffe mit Landstromanschlüssen ausgestattet, als es Häfen gibt, die diese Option anbieten. CLIA ermutigt alle Häfen, die Ausstattung ihrer Kreuzfahrt-Liegeplätze mit Landstromeinrichtungen zu prüfen, zum Nutzen der lokalen Bevölkerung und zur Unterstützung der Dekarbonisierung des maritimen Sektors.

Ursprungsmeldung: Die Cruise Lines International Association (CLIA), die Stimme der globalen Kreuzfahrtindustrie, veröffentlicht den von Oxford Economics erstellten Global Cruise Industry Environmental Technologies and Practices Report. Der Bericht hebt die Fortschritte hervor, die die Mitgliedsreedereien von CLIA nach wie vor bei der Entwicklung und Umsetzung fortschrittlicher Technologien und Praktiken machen, um niedrigere Emissionen, größere Effizienz und eine sauberere Umwelt an Bord, auf See und im Hafen zu erreichen. Während Kreuzfahrtschiffe weit weniger als ein Prozent der weltweiten maritimen Schifffahrt ausmachen, belegt der jüngste Bericht, wie Hochsee-Kreuzfahrtreedereien eine führende Rolle bei der Einführung maritimer Technologien übernommen haben, die der gesamten Schifffahrtsindustrie zugutekommen. Bis heute hat die Kreuzfahrtindustrie mehr als 23,5 Milliarden US-Dollar in Schiffe mit neuen Technologien und saubereren Treibstoffen investiert, um die Luftemissionen zu reduzieren und eine höhere Effizienz zu erreichen. Dies ist eine Steigerung von 1,5 Milliarden US-Dollar gegenüber den Ergebnissen des Berichts von 2019. „Die Kreuzfahrt bleibt einer saubereren, nachhaltigeren Zukunft verpflichtet, selbst während wir daran gearbeitet haben, die Auswirkungen von COVID-19 anzugehen und zu überwinden. Mit über 23 Milliarden US-Dollar, die in Schiffe mit neuen Technologien und saubereren Treibstoffen wie Abgasreinigungssysteme und Flüssigerdgas investiert wurden, kann ich bereits erahnen, was wir in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus gemeinsam erreichen werden”, sagte Kelly Craighead, President und CEO der Cruise Lines International Association (CLIA). „Dieser Bericht bekräftigt unser Engagement für ökologische Nachhaltigkeit. Mein Lob gilt unseren Mitgliedern für ihre anhaltende Führungsrolle und die Umsetzung der höchsten Standards für verantwortungsbewussten Tourismus.“

Die Kreuzfahrtreedereien von CLIA waren die ersten, die sich als maritimer Sektor öffentlich dazu verpflichteten, die Rate der CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2008 um 40 Prozent zu senken. Wie im Bericht festgestellt wird, arbeiten die CLIA-Mitgliedsreedereien weiterhin engagiert daran, ehrgeizige Ziele wie dieses zu erreichen und die steigenden Erwartungen zu erfüllen. Erhebliche Fortschritte wurden in den folgenden Bereichen erzielt:

  • LNG-Kraftstoff* – der Bericht für das Jahr 2020 stellte fest, dass 49 Prozent der Neubau-Kapazität LNG-Kraftstoff für den Primärantrieb nutzen werden, was einer Steigerung der Gesamtkapazität um 51 Prozent gegenüber 2018 entspricht.
  • Abgasreinigungssysteme (EGCS)* – mehr als 69 Prozent der weltweiten Kapazität nutzt EGCS, um die Anforderungen an die Luftemissionen zu erfüllen oder zu übertreffen, was einer Kapazitätssteigerung von 25 Prozent im Vergleich zu 2018 entspricht. Darüber hinaus wird bei 96 Prozent der nicht mit Flüssiggas betriebenen Neubauten EGCS installiert, was einer Kapazitätssteigerung von 21 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht.
  • Fortschrittliche Abwasserbehandlungssysteme – 99 Prozent der bestellten Schiffsneubauten sind mit fortschrittlichen Abwasserbehandlungssystemen ausgestattet (was die globale Kapazität auf 78,5 Prozent erhöht), und derzeit werden 70 Prozent der Hochsee-Kreuzfahrtflotte der CLIA-Mitglieder mit fortschrittlichen Abwasserbehandlungssystemen betrieben (eine Steigerung um 5 Prozent gegenüber 2019).
  • Landstromversorgung –Kreuzfahrtschiffe werden zunehmend mit der Technologie ausgestattet, die die Versorgung mit Landstrom ermöglicht, so dass die Motoren in den Häfen abgeschaltet werden können, und es gibt zahlreiche Kooperationen mit Häfen und Regierungen, um die Verfügbarkeit zu erhöhen.

o             75 Prozent der Neubaukapazitäten sind entweder für die Ausrüstung mit Landstromsystemen vorgesehen oder werden so konfiguriert, dass sie in Zukunft auf Landstromversorgung eingerichtet werden können.

o             32 Prozent der weltweiten Kapazität (seit 2019 um 13 Prozent gestiegen) sind für den Betrieb mit Landstrom in den 14 Häfen weltweit ausgelegt, in denen Landstrom an mindestens einem Liegeplatz im Hafen bereitgestellt wird.

Die Fortschritte in diesen verschiedenen Bereichen beweisen: CLIA ist der Ansicht, dass es wesentlich, dringend und machbar ist, ein Gleichgewicht zwischen der Förderung des Wachstums und politischen und technologischen Veränderungen herzustellen, die dazu beitragen, die Luft und die Meere, in denen die Branche tätig ist, zu erhalten.

„Der Umfang der Investitionen, die für die Entwicklung von kohlenstofffreien Technologien für die Schifffahrt erforderlich sind, ist immens“, sagt Ukko Metsola, General Director von CLIA Europe. „Ein Wandel erfordert die gemeinsame Forschung und Entwicklung von sauberen und sicheren alternativen Kraftstoffen, die in ausreichender Menge und Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sein müssen. Der heutige Bericht zeigt, dass die Kreuzfahrtindustrie in ihrem Engagement für Innovation unbeirrt bleibt. Gleiches gilt für das Engagement für die Zusammenarbeit mit dem europäischen maritimen Industriecluster, den EU-Institutionen und den nationalen Hauptstädten zur Erreichung unserer gemeinsamen Ziele bei der Kohlenstoffreduzierung. Da die EU versucht, die Klimaherausforderung mit der Entwicklung einer grünen Wachstumsstrategie in eine wirtschaftliche Chance umzuwandeln, freuen wir uns darauf, konstruktive Partner zu sein, mit einem klaren Bekenntnis zur kontinuierlichen Verbesserung auf unserem Weg zum Null-Emissions-Kreuzfahrtverkehr.“

„Die Kreuzfahrtindustrie arbeitet jeden Tag daran, verantwortungsvollen Tourismus voranzutreiben. Sie ist sich bewusst, dass kontinuierliche und größere Investitionen in die Forschung entscheidend sind, um neue Treibstoffe und Antriebssysteme zu identifizieren und zu entwickeln”, sagte Adam Goldstein, Chairman von CLIA Global. „Aus diesem Grund hat CLIA zusammen mit anderen Partnern aus dem maritimen Sektor vorgeschlagen, ein mit 5 Milliarden Dollar dotiertes Forschungs- und Entwicklungsgremium einzurichten und zu finanzieren, das sektorübergreifend zusammenarbeiten soll, um die Technologien und Energiequellen zu ermitteln, die zusätzliche Möglichkeiten bieten, unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern und die von der IMO gesetzten ehrgeizigen Ziele zu erreichen.“

Weitere Informationen unter: https://cruising.org/en-gb/Environmental-Sustainability