Griechenland: die Gewerkschaft der Seeleute (PNO) hat einen zweitägigen Streik bei den Fähren in der Ägäis und im Ionischen Meer begonnen

Update 2.7.: Die meisten  Fährreedereien in Griechenland haben ihre Preise für Verbindungen zu den Inseln um fünf bis zehn Prozent erhöht. Grund sind die gestiegenen Treibstoffpreise. Bereits im April waren die Tarife um zehn bis zwölf Prozent gestiegen. Aber dies soll nicht das Ende der Fahnenstange sein: Bereits im Juli und damit zur Hochsaison, so spekulieren griechische Medien, sollen die Preise um noch einmal zehnt Prozent steigen. Angesichts der steigenden Treibstoffpreise haben die Küstenreedereien Anpassungen der Leasinggebühren auf  insgesamt 42 Routen mit Einjahresverträgen beantragt. Griechische Fährbetreiber äußern ihre Besorgnis über die Auswirkungen des russisch-ukrainischen Krieges auf den Sektor, Kraftstoff mache jetzt 70 Prozent der Betriebskosten eines Schiffes aus, gegenüber 40 Prozent vor einem Jahr.

Ursprungsmeldung: In Griechenland wird wieder mal gestreikt, die Passagierfähren zu den Inseln werden nicht mehr fahren. Die Transportgewerkschaft PNO hat sich dafür passenderweise den 1. Mai, den Tag der Arbeit, ausgesucht. Die griechischen Seeleute wollen zunächst für 24 Stunden die Arbeit niederlegen wollen. Kommt der Schiffsverkehr zum Erliegen, sind Inseln auf dem Seeweg nicht erreichbar. Die Beschäftigten wollen mit dem Streik ihre Solidarität mit der Arbeiterbewegung deutlich machen

Ursprungsmeldung: In Griechenland bleiben alle Fähren zwei Tage lang im Hafen: Um ihren Forderungen nach mehr Lohn Nachdruck zu verleihen, hat die Gewerkschaft der Seeleute (PNO) einen zweitägigen Streik bei den Fähren in der Ägäis und im Ionischen Meer begonnen. Ein schnelles Ende des Ausstandes ist nicht in Sicht: Die Gewerkschaft der Fährbediensteten, PNO, hat angekündigt, dass der Streik mindestens bis Mittwoch verlängert wird.

Inseln abgeschnitten

Schiffe legen weder vom wichtigsten Fährhafen Piräus noch von den Inseln ab. Inseln, die über keinen Flughafen verfügen, bleiben dadurch von der Außenwelt abgeschnitten. Nicht betroffen von den Protestaktionen sind die Schiffe zwischen Italien und Griechenland. Die Aktion kommt zum Ende der Sommerferien in Europa und könnte bis 180.000 Reisende betreffen. Der Branchenverband SEEN erklärte, der Ausstand habe zu ernsten Problemen geführt. Touristen säßen auf abgelegenen Inseln fest und hätten keine Möglichkeit, ihre gebuchten Flüge nach Hause anzutreten.

Die Seeleute fordern Lohnerhöhungen von mindestens fünf Prozent, wie die Gewerkschaft mitteilte. Zuvor waren die Löhne wegen der Schuldenkrise Griechenlands acht Jahre lang unverändert geblieben. Die Reedereien seien bereit, ein Prozent mehr Lohn ab sofort und ein weiteres Prozent vom 1. Januar 2019 an zu zahlen, teilte der Verband der Reeder der Fähren mit. Das lehnte die Gewerkschaft ab.