Indonesien will seine Dracheninsel Komodo ein Jahr lang schließen, um den dort lebenden Komodowaranen das ganze Jahr 2020 eine Ruhepause zu bieten.

Update 6.8.2022: Die Gebühr für Besucher der indonesischen Insel Komodo wird drastisch teurer: Ab sofort müssen Besucher knapp  250 Euro statt wie bisher mit zehn Euro zahlen, um die weltweit einzigartigen Warane zu erleben. Kleine und mittlere Tourismusunternehmer vor Ort fürchten nun einen spürbaren Rückgang von Touristen, vor allem von Kreuzfahrtschiffen. Darum sind sie in einen einmonatigen Streik getreten. Die Behörden erklärten zur Begründung der exorbitanten Erhöhung, sie wollten weniger besucher auf der Insel, um die Warane zu schützen.

Ursprungsmeldung: Indonesien will seine Dracheninsel Komodo ein Jahr lang schließen, um den dort lebenden Komodowaranen eine Ruhepause zu bieten. Die Insel östlich von Bali, auf der mehrere Tausend Komodowarane zu Hause sind, soll das ganze Jahr 2020 über für Touristen gesperrt bleiben. Außerdem wollen die indonesischen Behörden den Eintrittspreis für den Nationalpark drastisch erhöhen: Statt umgerechnet etwas über 9 Euro soll ein Ticket bald 440 Euro kosten. Das teilte die Regierung in Jakarta mit. Begründet wird dies mit dem Schutz der seltenen Tiere. Komodo ist Teil des gleichnamigen Nationalparks, zu dem neben Rinca und Padar auch zahlreiche weitere kleine Inseln zählen. Ausschließlich dort leben Komodowarane. Etwa 5.000 Exemplare der bis zu drei Meter langen und mehr als 70 Kilogramm schweren giftigen Echse soll es geben. Wegen ihres finsteren Erscheinungsbilds werden die Großechsen auch Komodo-Drachen genannt. Sie haben den Ruf, aggressiv zu sein. Angriffe auf Menschen sind jedoch selten. Der Park wurde 1980 als Schutzgebiet für den Komodowaran gegründet. 1991 wurde der Komodo-Nationalpark als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt.

Pro Jahr kommen mehr als 120.000 Besucher auf die Inseln, eine Anzahl, die nach Plänen der Regierung deutlich verringert werden soll. Während der Schließzeit sollen auch neue Bäume angepflanzt werden.Total stellt die Regierung umgerechnet sieben Millionen Euro für verschiedene Schutzmaßnahmen zur Verfügung. Eine der Maßnahmen ist die temporäre Umsiedlung der Lokalbevölkerung, was wiederum zu Prostesten in West Manggarai geführt hat. Die betroffene Bevölkerung befürchtet, ihren bisherigen Lebensraum komplett zu verlieren. Sie moniert, dass gerade sie viel für den Erhalt der Insel beigetragen habe.

Informationen unter https://whc.unesco.org/en/list/609