Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag soll Palma de Mallorca anlaufen statt wie bislang bis zu sechs Kreuzfahrtriesen, fordern Tausende Mallorquiner

Update 10.1.: Auf Mallorca wird eine Obergrenze für Kreuzfahrtschiffe eingeführt: Maximal drei Kreuzfahrtschiffe dürfen jetzt gleichzeitig im Hafen von Palma de Mallorca  liegen. Darauf haben  sich die Balearen-Regierung und die internationale Vereinigung der Kreuzfahrtreedereien CLIA sowie Vertreter der großen Reedereien geeinigt. Nur eines der drei Schiffe darf eine Kapazität von mehr als 5.000 Passagieren haben. Infolge der Vereinbarung werden 2022 insgesamt 460 Anläufe von größeren Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 500 Passagieren erwartet, 2019 waren es noch 538 Anläufe und somit 14,5 Prozent mehr. Die jetzt erzielte Einigung gilt zunächst für fünf Jahre. also bis 2027. Da für das Jahr 2022 bereits zahlreiche Anläufe terminiert waren, wurden für dieses Jahr noch20 Tagefestgelegt, an denen maximal vier Kreuzfahrtschiffe an einem Tag in Palma festmachen dürfen. Ab dem Jahr 2023 soll es dann keine Ausnahmen mehr geben. Die Einigung umfasst außerdem die Bedingung, dass nicht mehr als 8.500 Kreuzfahrttouristen an einem Tag im Hafen von Palma ankommen dürfen. Hier gilt allerdings ein wöchentlicher Durchschnitt, weshalb es durchaus einzelne Tage geben kann, an denen mehr als 8.500 Kreuzfahrt-Urlauber gleichzeitig in Palma anlegen.

Durch die neue Regelung reduziert sich die Anzahl Schiffseinfahrten in Palma gegenüber 2019 um knapp 15 Prozent von 538 auf 460 Einfahrten. Laut der linken Parteien Més und Podemos soll die Einschränkung zukünftig aber noch weiter gehen: Das Ziel sei, maximal zwei Schiffe pro Tag und eine Obergrenze von unter 5.000 Passagieren pro Tag. Unternehmer, Gastronomen und Hoteliers kritisieren aber bereits jetzt, dass der Tourismus als wirtschaftliche Motor der Balearen durch die neue Regelung stark behindert werde.

Ursprungsmeldung: Nur noch ein Kreuzfahrtschiff pro Tag soll Palma de Mallorca anlaufen statt wie bislang bis zu sechs Kreuzfahrtriesen. Das fordern Tausende Einheimische, die politischen Druck auf die Regionalregierung ausüben. Erstmals haben sich dabei 23 Vereinigungen in einer gemeinsamen Erklärung zusammengeschlossen. Darüber hinaus soll auch die Zahl der Kreuzfahrtgäste an Bord beschränkt werden. Die Gruppierungen wollen maximal 4.000 Gäste am Tag empfangen. Das bedeutet, Schiffe wie die «Symphony of the Seas» oder die «Harmony of the Seas» mit ihren mehr als 6000 Passagieren sollen in Palma nicht mehr anlegen dürfen. Auch eine Touristensteuer von 5 Euro am Tag fordern die Umweltschützer, bisher zahlen die Kreuzfahrttouristen 2 Euro. Außerdem solle das Mittelmeer, genauso wie die Nordsee und die Ostsee, zu einem Gebiet der Emissionskontrolle erklärt werden. Denn Palma weist mit Barcelona die höchste durch Kreuzfahrtschiffe verursachte Belastung in Europa auf. Vor allem die Altstadt von Palma wird im Sommer von den Kreuzfahrttouristen besucht. Im vergangenen Jahr kamen 2,6 Millionen Gäste mit einem Kreuzfahrtschiff nach Palma, die allermeisten davon zwischen Juli und September. Dass die Zahlen von Kreuzfahrtpassagieren so stark steigen, ist nach Einschätzung von Experten erstaunlich: Zwar war eine leichte Steigerung erwartet worden, aber die Erhöhung der Touristensteuer durch die Regionalregierung hatte zu Protesten des Lobbyverbandes CLIA und der Reedereien geführt.  Der Steuersatz zwischen Mai und Oktober wurde auf zwei Euro pro Tag verdoppelt. In den Wintermonaten November bis April beträgt die Steuer 0,50 Cent pro Tag und Kopf. Zahlen müssen dies zunächst die Reedereien der anlaufenden Schiffe. Letztendlich kann man aber davon ausgehen, dass dies natürlich in den nächsten Jahren in die Kreuzfahrtpreise eingerechnet wird. Schließlich möchten sich gerade die Reedereien mit großen Schiffen und vielen Abfahrten ja nicht die Bilanz vermiesen. Betroffen sind vor allem Reedereien, die Palma als Basishafen für ihre Abfahrten nutzen, wie beispielsweise AIDA. Anscheinend ist der Kundendruck aber so hoch, dass die Reedereien um Palma nicht herumkommen. Palma und Barcelona empfangen mit Abstand die meisten Kreuzfahrttouristen in Spanien, beide Häfen werden darum weiter modernisiert und ausgebaut. Insgesamt investiert die spanische Hafenbehörde für beide Kreuzfahrthäfen mehr als 100 Millionen Euro.

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