Die NEPTUN WERFT beendet ein Jahr der Veränderungen mit einem neuen Auftrag und schließt so eine weitere kurzfristige Beschäftigungslücke

Update 30.8.: Die NEPTUN WERFT ist seit 25 Jahren Teil der MEYER Gruppe, 1997 schlossen sich die Werften in Papenburg und Rostock zur MEYER NEPTUN Gruppe zusammen. Die Werft an der Ostsee blickt auf eine lange Schiffbautradition zurück: Sie geht auf ein 1850 gegründetes Unternehmen zurück und hat seit dieser Zeit mehr als 1.500 Schiffe neu gebaut und weitere tausend repariert. Heute gehört die Werft mit ihren 500 Mitarbeitenden zu den Marktführern im Bau von Flusskreuzfahrtschiffen. Mit dem Bau schwimmender Maschinenraummodule hat sich die NEPTUN WERFT zudem zu einem entscheidenden Bindeglied zwischen der MEYER WERFT in Papenburg und MEYER TURKU in Finnland entwickelt. Aber auch Fähren, Gastanker, Forschungsschiffe und andere Spezialschiffe zählen zum Produktportfolio. „In den vergangenen 25 Jahren hat sich die NEPTUN WERFT zu einem bedeutenden Standort für die MEYER Gruppe entwickelt und trägt heute wesentlich zu dessen Erfolg bei. Durch kontinuierliche Investitionen hat sich die Werft stets weiterentwickelt, wie beispielsweise mit dem Neubau der Halle 8a, die 2018 in Betrieb gegangen ist. Wir freuen uns sehr, nun gemeinsam dieses Jubiläum zu feiern“, sagt Geschäftsführer Bernard Meyer. 1997 investierte Bernard Meyer in eine Werft, die zum Erbe des Bremer Vulkan gehörte und die wie viele andere frühere Betriebe der ehemaligen DDR zuvor bereits Massenentlassungen hinter sich hatte. In den Folgejahren wurden auf der Rostocker Werft zunächst Stahlbausektionen für den Standort Papenburg gefertigt und vor allem Schiffsreparaturen durchgeführt. Denn aufgrund strikter EU-Regeln durfte NEPTUN zunächst keine seegängigen Schiffneubauten produzieren. Im Jahr 2000 wurde der Werftstandort vom Stadtzentrum Rostocks vollständig nach Warnemünde verlagert. Dort folgte das erste eigene, größere Projekt für den Standort: Das Containerschiff Al Shuwaikh wurde 2001 zu einem Tiertransportschiff umgebaut. Zu dieser Zeit hatte die Werft neue Aufträge für den Bau anderer Schiffstypen an Land ziehen können: der Bau von Flusskreuzfahrtschiffen begann. Dieser Markt wurde die Kernkompetenz der Werft und prägte weit über die nächste Dekade den Erfolg der Werft. Im Jahr 2002 wurden die ersten beiden Flusskreuzfahrtschiffe, die A-Rosa Bella und die A-Rosa Donna, abgeliefert. Weitere Binnenfahrtgastschiffe für A-Rosa, Premicon und Viking folgten. Im vergangenen Jahr beendete die NEPTUN WERFT mit 65 Flusskreuzfahrtschiffen für Viking River Cruises die längste Serie an Schwesterschiffen weltweit. Damit hat die Werft in Warnemünde bis heute insgesamt 82 Flusskreuzfahrtschiffe abgeliefert. NEPTUN arbeitet zudem intensiv an Forschungsprojekten in diesem Markt. Beispielsweise wird mit dem River Cell Demonstrator intensiv an neuen klimaneutralen Formen der Energieerzeugung mittels Brennstoffzellen geforscht. Seit 2017 fertigt die NEPTUN WERFT mit schwimmenden Maschinenraummodulen die Herzstücke für die Kreuzfahrtschiffe der MEYER WERFT und von MEYER TURKU. Begonnen mit dem Modul für die AIDAnova hat die Werft bis heute 13 von ihnen an die Werften innerhalb der Unternehmensgruppe geliefert.

 

Ursprungsmeldung: Die NEPTUN WERFT beendet ein Jahr der Veränderungen mit einem neuen Auftrag und schließt so eine weitere kurzfristige Beschäftigungslücke. Bis zum Jahr 2023 entsteht ein 120 Meter langer Rumpf für eine Megayacht. Bei diesem Projekt kooperiert die MEYER Gruppe mit der Yachtwerft Abeking & Rasmussen aus Lemwerder bei Bremen. Dort wird das Schiff fertiggestellt. Die Fertigung des Rumpfes ist unabhängig vom Engagement der MEYER Gruppe beim Bau von Megayachten unter der Marke MEYER Yachts. Weitere Informationen wie Baustart, Auftraggeber, Design, Flagge und technische Details können leider aufgrund der vereinbarten Vertraulichkeit im Yacht-Geschäft nicht genannt werden. Für die NEPTUN WERFT ist dieser Auftrag ein wichtiger Schritt, um die letzte kurzfristige Auslastungslücke in 2022 zu füllen, Unterlasten zu vermeiden und damit Beschäftigung zu sichern. „Wir gehen dabei einen weiteren Schritt bei der Diversifizierung unserer Produktpalette.“, sagt Bernard Meyer, Geschäftsführer der NEPTUN WERFT.

Bereits im Juli hatte die NEPTUN WERFT einen großen Schritt bei der Beschäftigungssicherung gemacht. Als Partner der Lürssen Werft wird die MEYER Gruppe wichtige Aufgaben bei der Konstruktion und beim Bau von zwei Marinebetriebsstoffversorgern übernehmen. Die NEPTUN WERFT wird dabei den Großteil der Fertigung übernehmen. „Somit verfügt die Werft nun mit dem Megayacht-Rumpf, den zwei Marine-Betriebsstoffversorgern und sieben Maschinenraum-Modulen für die Werften der MEYER Gruppe über ein Auftragsbuch, das das Unternehmen mit seiner angepassten Mannschaftsstärke für die kommenden Jahre auslastet und somit den Standort sichert.“, sagt Lars-Gunar Klasen, Betriebsleiter der Werft. 2021 hat die NEPTUN WERFT mit der Ablieferung der Flusskreuzfahrtschiffe Viking Gymir und Viking Egdir die letzten Neubauten einer Serie von insgesamt 65 Schiffen an Viking River Cruises abgeliefert. Zudem stellte das Unternehmen zwei Maschinenraum-Module für die Kreuzfahrtschiffe ARVIA (P&O Cruises) und Carnival Celebration (Carnival Cruise Line) fertig.

Fokus auf Innovation für die grüne Schifffahrt

Im Forschungsprojekt RiverCell2 hat die Werft große Fortschritte bei der Entwicklung einer hybriden Energieversorgung von Flusskreuzfahrtschiffen mit Brennstoffzellen und alternativen Treibstoffen gemacht. Dazu betreibt die NEPTUN WERFT einen Demonstrator in einer Schiffssektion zur Erprobung von Brennstoffzellensystemen. Ziel ist es, in Zukunft auch Flusskreuzfahrtschiffe mit diesem umweltfreundlichen Antrieb auszustatten.

Weitere Informationen unter https://www.neptunwerft.de/de/index.jsp