P&O Ferries stellt eine der wichtigsten Fährstrecken Europas zwischen England und Frankreich von  Dover nach Calais ein

Update 16.4.: Fähranbieter P&O Ferries wird  auch zu Ostern keine Verbindungen auf der wichtigen Strecke von Dover nach Calais anbieten können. Gutachter sollen eine Reihe von Mängeln an Bord von zwei Fähren festgestellt haben, die zuerst behoben werden müssen, so die britische Seerettungsbehörde. Beide Fähren wurden vorerst stillgelegt. Kontrolleure prüfen derzeit alle acht Schiffe auf ihre Seetauglichkeit. Mindestens zwei Fähren sind zwar freigegeben, werden aber in der Regel auf anderen Strecken eingesetzt. Der Fähranbieter steht seit Wochen in der Kritik. P&O hatte aus finanziellen Gründen alle 800 Besatzungsmitglieder entlassen und durch günstigere Arbeitskräfte aus Ostblock-Staaten ersetzt. Aktuelle Informationen unter: https://www.poferries.com/de#route

Ursprungsmeldung: Der britische Fähranbieter P&O Ferries stellt eine der wichtigsten Fährstrecken Europas zwischen England und Frankreich von  Dover nach Calais ein. Auf der Strecke über den Ärmelkanal wird es zumindest in den nächsten Tagen keinen Fährverkehr geben. Grund sind finanzielle Schwierigkeiten von P&O Ferries. und blockierten eine Zufahrtstraße, Crews weigerten sich, ihr Schiff zu verlassen.  P&O Ferries gab an, in den vergangenen beiden Jahren jeweils einen Verlust von 100 Millionen britischen Pfund erlitten zu haben, der von der Muttergesellschaft DP World gedeckt werden musste. P&O Ferries ist erheblich von der Corona-Pandemie getroffen worden, die Passagierzahlen waren deutlich gesunken. Die Fährreederei transportierte vor der Pandemie mehr als zehn Millionen Reisende jährlich sowie rund 15 Prozent der Fracht nach und aus Großbritannien. Die Fährreederei, die auch weitere Strecken wie z.B. von Hull nach Rotterdam betreibt, hat ihre Crews mit rund 800 Beschäftigten entlassen. P&O rechtfertigte die Entscheidung damit, dass so die übrigen 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschützt werden könnten und nicht entlassen werden müssten. Die Routen zwischen Dublin und Liverpool sowie vom schottischen Cairnyan ins nordirische Larne werden derzeit noch betrieben. An den Häfen in Dover und Calais sowie in Hull strandeten bereits tausende frustrierte Urlauber, es bildeten sich auch lange LKW-Staus. Das Auswärtige Amt warnte deutsche Reisende, dass sie sowohl in England als auch in Frankreich mit sehr langen Wartezeiten und Nichtbeförderung rechnen müssten. Die Gewerkschaften sind ob der radikalen und urplötzlichen Maßnahme empört, Beschäftigte seien kurzfristig und mit sofortiger Wirkung gefeuert worden. Sie fürchten, dass die Besatzungen mit Billig-Arbeitern aus Osteuropa ersetzt werden sollen.