Die Anesha geht auf Schnupperkreuzfahrt auf dem Rhein

Köln, Amsterdam und Nimwegen stehen bei der dreitägigen Tour mit der Anesha auf dem Programm. Am Ende sind alle Gäste „Verrückt nach Fluss“.

Das milde Wetter hat Heerscharen von Menschen ans Rheinufer gelockt. Einige Glückliche sitzen schon auf dem Sonnendeck der Anesha, die in Kürze ablegt. Um 15.30 Uhr wirft Kapitän William Horstmann den Motor an und Kreuzfahrtdirektor Mirko Scheffe gibt ein Gläschen Sekt in der Lounge aus. Viele Gäste kennen ihn schon aus der Doku-Soap „Verrückt nach Fluss“. Sie spielt auf der „Anesha“ und Kreuzfahrtdirektor Mirko ist einer der Hauptprotagonisten.

Bekannt aus "Verrückt nach Fluss" Kreuzfahrtdirektor Mirko
Bekannt aus “Verrückt nach Fluss” Kreuzfahrtdirektor Mirko

Ebenso wie Küchenchef Danny Weiser. Dass er sein Handwerk versteht, zeigt er schon beim Abendessen, das als Willkommensgala serviert wird. Vom Rindercarpaccio über die Hummercremesuppe, den St. Petersfisch oder das Rinderfilet bis zur Schokoladenmousse landet eine Versuchung nach der anderen auf den Tellern.

Schnupperkreuzfahrten wie auf der Anesha sind ideal, um Flussreisen kennenzulernen
Schnupperkreuzfahrten wie auf der Anesha sind ideal, um Flussreisen kennenzulernen

Der nächste Morgen erwacht mit einem gleichmäßigen Brummen des Motors und einem fahlen Licht, das durch den Vorhang fällt. Für den ersten Kaffee aus der Nespressomaschine geht man am besten zurück ins Bett, streckt sich noch einmal unter der warmen Decke aus und genießt den Blick durch die bodentiefen Fenster nach draußen. Jogger rennen am Ufer entlang. Ihr Atem bildet Wölkchen in der Luft. In der Ferne taucht eine Windmühle am Horizont auf. Kein Zweifel, die „Anesha“ muss inzwischen in Holland sein. Auf dem Amsterdam-Rhein-Kanal, wie Mirko Scheffe kurze Zeit später über Lautsprecher bekanntgibt. Während des Frühstücks erreicht das Schiff den Hafen von Amsterdam und legt direkt in der City an, nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt.

Grachtenfahrt durch Amsterdam

Von dort starten etliche Ausflugsboote zu einstündigen Grachtenfahrten (16 Euro), bei denen man einen guten Überblick über die Stadt bekommt. Die Boote fahren hinein ins größte Pfahldorf der Welt. Vorbei am Turm, an dem sich die Seeleute einst trafen, um Abschied von ihrer Heimat zu nehmen – manchmal für immer. Die Sonne leuchtet von einem knallblauen Himmel, goldene Blätter schweben auf die Hausboote hinab. Mehr als 1500 Brücken verbinden die Inseln der Stadt miteinander. Das Boot passiert die „Magere Brücke“, die über die Amstel führt. Derjenige, der einen küsst, während man unter ihr hindurchfährt, wird die Liebe des Lebens – so heißt die Legende. Die Pärchen, die diese Geschichte von der Reiseführerin hören, schauen sich verdutzt an. Zu spät – die Brücke liegt schon hinter ihnen.

Der Ausflug am Abend bringt uns ins Rotlichtviertel der Stadt. Dorthin, wo die Damen sich selbst, leicht bekleidet, in Schaufenstern anbieten. Alles scheint unterwegs zu sein, durch die engen Gassen des Rosse Buurt, wie die Einheimischen dieses Viertel nennen. Hier ist aber nicht nur das älteste Gewerbe der Welt zu Hause, es gibt auch Kindergärten und Altenheime, die gotische Kirche Oude Kerk und die berühmten Coffeeshops.

In Amsterdam liegt die Anesha im Zentrum, so dass alle Sehenswürdigkeiten gut erreichbar sind
In Amsterdam liegt die Anesha im Zentrum, so dass alle Sehenswürdigkeiten gut erreichbar sind

Ein süßlicher Geruch hängt in der Luft. Ein paar junge Männer sitzen vor der Tür eines Cafés und rauchen. Und kichern. Sie können nicht mehr damit aufhören. Die „Anesha“-Gäste ziehen weiter, kommen zur alten Waage auf dem Nieuwmarkt. Die einstige Stadtwaage von 1488 ist das älteste Gebäude von Amsterdam. Von außen ähnelt es dem Holstentor. Innen brennen Hunderte von Kerzen. Sie tauchen die Gewölbe in romantisches Licht und sorgen für Wärme, denn eine Heizung gibt es nicht. Zum Abschluss des Tages wird holländisches Bier ausgeschenkt und für jeden ein Genever, der bekannteste Schnaps der Niederlande.

Der Marktplatz von Nimwegen
Der Marktplatz von Nimwegen

Shoppingtour in Nimwegen

Nimwegen heißt die letzte Station der Flussreise. Die Stadt an der Waal, wie der Rhein in Holland heißt, soll die älteste des Landes sein. Von der „Anesha“ ist es nur ein kurzer Spaziergang in die Zeit der Römer. Auf dem Marktplatz laufen die Kreuzfahrer über jahrhundertealtes Pflaster. Sie staunen über die prachtvollen Häuser, hören sich die Geschichten über Karl den Großen und Kaiser Friedrich I. Barbarossa an. Fast jeder kehrt am Ende mit einer oder mehreren Tüten zurück aufs Schiff. Die Passagiere waren auf Einkaufstour in der Langen Hezelstraat, wo Geschäfte mit Souvenirs und Schmuck, Kleidern und Käse locken. Die ganze Stadt erweist sich als Paradies für Shoppingfans. Nette Cafés laden zum Ausruhen ein.

Tolle Freiluftcafés laden zur Aussicht ein
Tolle Freiluftcafés laden zur Aussicht ein

Am Nachmittag legt die „Anesha“ ab, es geht zurück nach Köln. Noch einmal erleben die Gäste ein paar entspannte Stunden auf dem Schiff. Etliche Erstkreuzfahrer sitzen mit Katalogen in der Lounge und studieren die angebotenen Reisen. Sie sind bei ihrer Schnuppertour auf den Geschmack gekommen. Das Abschiedsessen erinnert ans „Traumschiff“, ein sechsgängiges Edelmenü mit der berühmten Eistorten-Parade und Wunderkerzen zum Abschluss. Das Galadinner krönt drei glanzvolle Tage auf dem Rhein und sorgt obendrein dafür, dass die Urlauber jetzt zum Club jener gehören, die „Verrückt nach Fluss“ sind.

Weitere Informationen unter  www.phoenixreisen.com

Die 2015 getaufte Anesha (Reederei Scylla) gehört der Premiumklasse an. Ihr modernes Design und die mit vielen Annehmlichkeiten ausgestatteten Kabinen begeistern auch ein jüngeres Publikum. Phoenix Reisen bietet die dreitägige Schnuppertour auf der „Anesha“ 2018 ab 174 Euro an.

Susanne Müller, Chefredakteurin Welcome Aboard
Susanne Müller, Chefredakteurin Welcome Aboard

Über die Autorin:  Susanne Müller ist Chefredakteurin des Kreuzfahrtmagazins WELCOME ABOARD  (www.welcome-aboard.de) und betreibt seit kurzem auch den Reise-Blog www.wonderful-places.de

Diese und andere schöne Reportagen sind im neuen Heft WELCOME ABOARD 2018 zu finden, Rezension und Link zur Bestellung unter  www.worldwidewave.de/welcome-aboard-2018