mit Norwegian Cruise Line (NCL), eines der größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt davor, dass das Unternehmen die Pandemie nicht überstehen könnte.

UPDATE 1 (11.5): Es gab in Finanzkreisen erhebliche Zweifel, ob NCL  die Coronakrise überstehen kann. Das Unternehmen selbst gab eine Warnung heraus. Jetzt kommt aber eine vorläufige Entwarnung. Die Muttergesellschaft von Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises hat sich – nach der Anlegerwarnung (s. u.) mehr als zwei Milliarden Dollar frisches Kapital besorgt. Mit den Anleihen habe die NCL Holding jetzt genügend Liquidität, um die nächsten zwölf Monate zu überstehen, heißt es in einer Pressemitteilung von NCL. Insgesamt verfüge das Unternehmen nun über 3,5 Milliarden Dollar flüssige Mittel. NCL betreibt unter seinen drei Marken 28 Schiffe mit rund 60.000 Betten. Norwegian Cruise Line  muss laut Medienberichten dafür  Karibik-Inseln und Schiffe als Sicherheit hinterlegen und 12,25 Prozent Zinsen bezahlen, aber angesichts eines brach liegenden Geschäfts und eines Kurseinbruches von 76 Prozent seit Februar ist die Finanzierungszusage ein äußerst erfreuliches Ereignis für NCL.

URSPRUNGSMELDUNG

Die Corona-Krise hat viele Branchen hart getroffen, aber den den Tourismus-Sektor hat es besonders schwer erwischt. Nun warnt mit Norwegian Cruise Line (NCL), eines der größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt davor, dass das Unternehmen die Pandemie nicht überstehen könnte. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC gab NCL seinen Anlegern zu verstehen, dass das Ende der Reederei gekommen sein könnte: Es bestünden erhebliche Zweifel daran, dass NCL wegen der Corona-Pandemie in der Lage sei weiterzuarbeiten. Das habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von NCL festgestellt. Das Unternehmen habe nicht genügend Mittel, um seine finanziellen Verpflichtungen der kommenden Wochen zu erfüllen. Daher will es durch die Ausgabe von Aktien und Anleihen insgesamt 1,6 Milliarden Dollar einsammeln.

An der Börse kam die Warnung vor einem eventuellen Ende natürlich sehr schlecht an: Die an der Börse in New York notierte Aktie verlor innerhalb von Stunden horrend, es stand ein Minus von 22,58 Prozent auf 11,18 US-Dollar an der Kurstafel. Dabei hatte die Aktie hatte erst im Januar mit 59,78 US-Dollar ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. NCL besitzt mit den drei Marken Norwegian Cruise Line, Regent Seven Seas and Oceania Cruises insgesamt 28 Kreuzfahrtschiffe.

Norwegian Cruise Line ist nicht die einzige Reederei, die durch die Corona-Pandemie in erheblichen Schwierigkeiten steckt: Im Sog von NCL verloren auch die Aktien der Carnival Corporation und von Royal Caribbean bis zu zehn Prozent. Die Carnival Corporation hatte bereits zuvor angesichts der aktuellen Unsicherheit auf den Weltmärkten aufgrund des COVID-19-Ausbruchs reagiert und einen hohen Kredit aufgenommen. Die Muttergesellschaft von Aida Cruises und Costa Crociere nimmt für sechs Monate einen Kredit in Höhe von insgesamt drei Milliarden US-Dollar auf, um ihre Liquidität zu sichern. Außerdem kündigte CEO, Donald Arnold an, Finanzhilfen aus Deutschland, Großbritannien, Italien und anderen Ländern generieren zu wollen. Denn das Unternehmen ist nicht im Coronavirus-Konjunkturpaket der US-Regierung enthalten. Die Carnival Corporation ist in Panama registriert und musste darum auf ihre jahrelangen Gewinne so gut wie keine Steuern in den USA zahlen. Carnival sucht weiterhin zusätzliche Finanzmittel und versucht durch die Emission einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital rund 6 Milliarden US-Dollar aufzubringen. Die Corona-Krise kostet Carnival mit seinen 105 zum Konzern gehörenden Kreuzfahrtschiffen rund eine Million Dollar pro Schiff und Monat.

Auch Die Royal Caribbean Cruises Ltd. hat auf die Krise reagiert und einen Kredit in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar zur Sicherung der Liquidität aufgenommen. Aufgenommen wurde der Kredit laut Medien mit einer Fazilität von einem Jahr. Diese soll um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Außerdem baute Royal Caribbean wegen der Corona-Krise massiv Stellen ab, um Kosten zu sparen. Das Unternehmen mit Sitz in Miami schickte mehr als 25 Prozent der mehr als 5.000 Beschäftigten in den USA in den Zwangsurlaub oder stellte sie frei. Rund 1.300 Mitarbeiter in den Büros und Häfen in den USA mussten das Unternehmen verlassen.

Weitere Informationen zu NCL unter https://www.miamiherald.com/news/business/tourism-cruises/article242506646.html