Gibt es zukünftig Polizeischutz für Emsüberführungen von Kreuzfahrtschiffen? Die Emsüberführung der Norwegian Encore wurde von viel Polizei begleitet.

Gibt es zukünftig Polizeischutz für Emsüberführungen von Kreuzfahrtschiffen? Wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet, wurde die Emsüberführung der Norwegian Encore von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Dabei waren deutlich mehr Beamte im Einsatz als bei früheren Emsüberführungen anderer Schiffe. Die Polizisten sollten mögliche Proteste von Klimaschützern verhindern. In der vergangenen Woche hatten Aktivisten im finnischen Helsinki zwei Kreuzfahrtschiffe beim Auslaufen behindert, im Juni Demonstranten in Kiel ein Schiff blockiert.

Die Beamten standen entlang der Ems an neuralgischen Punkten wie Brücken, Schleusen und engen Kurven. Außerdem begleiteten ein Hubschrauber und zwei Boote der Wasserschutzpolizei den Kreuzfahrtriesen. Erst als das Schiff mit dem Hochwasser das Emssperrwerk passiert hat, zogen sich die Beamten zurück. Ein Einzelfall wird die erhöhte Polizeipräsenz offenbar nicht bleiben: sowohl die Werft als auch die Polizei werten den Einsatz als Testlauf für künftige Überführungen. Bis Ende 2023 baut Meyer in Papenburg insgesamt neun Kreuzfahrtschiffe. Obwohl acht davon mit Flüssigerdgas betrieben werden, sehen die Verantwortlichen eine Gefahr durch protestierende Klimaschützer.

Die Meyer Werft muss sich an den Kosten für den Einsatz nicht beteiligen, dies bleibt am Steuerzahler hängen. Die Polizei hat per Gesetz Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwehren und Straftaten zu verhüten. Ob von einer Demonstration oder von Blockaden von Kreuzfahrtschiffen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht, scheint Interpretationssache zu sein.