Royal Caribbean sucht für die „Rhapsody of the Seas“ einen Käufer. Das 1997 in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff soll 85 Millionen US-Dollar kosten

Nach Medienberichten sucht Royal Caribbean International für die „Rhapsody of the Seas“ wohl einen Käufer. Das 1997 in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff der Vision-Klasse für bis zu 2.417 Passagiere soll laut „Yachtworld“ bereits für 85 Millionen US-Dollar zu erwerben sein. Damit wäre die Rhapsody oft he Seas ein richtiges Schnäppchen, denn im März 2012 wurde das Schiff umfangreich modernisiert. Dabei wurden unter anderem die Kabinen neugestaltet, das Unterhaltungsangebot erweitert und mehrere technische Neuerungen, wie der schiffsweite WLAN-Empfang auf dem Schiff installiert. Das 279 Meter lange Kreuzfahrtschiff war 2016 zu weiteren Modernisierungen in der Werft und bietet alleine sieben Restaurants. Die ursprünglichen Baukosten des in der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire gebauten Schiffes mit einer BRZ von 78.878 sollen bei 275 Millionen US-Dollar gelegen haben.

Die Frage ist, ob in der aktuellen Corona-Situation mit Hunderten von stillgelegten Kreuzfahrtschiffen überhaupt ein Käufer bereit ist, auch nur den Schnäppchenpreis für die „Rhapsody oft he Seas“ zu bezahlen. Die meisten US-Hochseereedereien rechnen nicht mehr mit einer schnellen Erholung und haben ihre Schiffe bis mindestens Oktober aufgelegt. Ein Käufer müsste also zur Instandhaltung und für eventuelle Liegegebühren zwischen einer und drei Millionen US-Dollar aufbringen, je nachdem wie viele Besatzungsmitglieder an Bord wären und wie schnell das Schiff nach seinem Lay up wieder in Dienst gehen soll. Darum ist selbst der aktuelle Preis noch zu hoch, hinzukommt, dass das Schiff relativ alt ist und viele Reedereien noch auf Neubauten warten. Die Passagierkapazitäten nehmen also zu, aber die mittelfristige Buchungslage ist noch eher mau.

Die „Rhapsody of the Seas“ soll zudem nicht das einzige Kreuzfahrtschiff sein, das die Royal Caribbean abgeben möchte. Geplant war auch die „Grandeur of the Seas“ loszuwerden. Sie sollte an das 49-Prozent Joint Venture Pullmantur Cruises abgegeben werden. Aber Pullmantur Cruises hat vor kurzem Insolvenz angemeldet und wie es mit dem Unternehmen weitergehen wird, ist noch unklar. Das Unternehmen soll umstrukturiert und so aus der Corona-Krise herausgeführt werden, ein weiteres Schiff mit hohen Anschaffungs- und Betreiberkosten wie die „Grandeur oft he Seas“ könnte bei diesem Vorhaben hinderlich sein.

Informationen zum Verkauf unter: https://www.yachtworld.com/boats/1997/cruise-ship-2417-passengers-stock-no-s2509-3024096/