Die US-Behörden haben Kreuzfahrten mit einer „No Sail Order“ drastisch weiter eingeschränkt: Die Gesundheitsbehörde CDC verfügte, dass die Beschränkungen für weitere einhundert Tage gelten – also bis Ende Juli.

Update 1. Oktober: Kreuzfahrten von Häfen der USA aus bleiben aufgrund der weiterhin kritischen Corona-Lage verboten, die US-Gesundheitsbehörde CDC verlängerte ihre No Sail Order bis Ende Oktober. Die jüngsten Datenauswertungen von Kreuzfahrten im Ausland zeigten, dass die Infektionsgefahr an Bord der Schiffe hoch bleibe, selbst bei verminderten Passagierzahlen, erklärte das US-Zentrum für Krankheits- und Seuchenkontrolle, Deshalb sei das Risiko von Virusausbreitungen in den USA groß, wenn der Betrieb dort zu früh wieder zugelassen werde. Nach Berichten amerikanischer Medien wollte die CDC das Kreuzfahrtverbot sogar bis Ende Februar 2021 verlängern. Doch der politische Druck, vor allem von Abgeordneten und Senatoren aus Florida, dem Bundesstaat, in dem die meisten großen US-Kreuzfahrtreedereien und auch die größten Kreuzfahrthäfen der USA beheimatet sind, hat die CDC dazu bewogen, erst einmal ein Verlängerung der No Sail Order um vier Wochen zu prüfen. Danach wird über eine weitere Verlängerung oder eine Aufhebung der Maßnahme entschieden.

 

Carnival Cruise Lines sagt bis Jahresende ab

Die US-Reederei Carnival Cruise Line hat angesichts dieses verlängerten Verbots angekündigt, einen Großteil ihrer bis Ende des Jahres geplanten Kreuzfahrten abzusagen. In den USA würden in diesem Jahr nur noch Kreuzfahrten von den Häfen Miami und Port Canaveral in Florida starten, teilte das Unternehmen mit. Die Reederei arbeite daran das gesamte Kreuzfahrtprogramm wieder anbieten zu können. Mitte März hatte Carnival Cruise Line wegen der Corona-Pandemie sein gesamtes Kreuzfahrtgeschäft unterbrochen. Zuvor waren auf etlichen Kreuzfahrtschiffen Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Häfen weltweit hatten den Schiffen deshalb das Einlaufen untersagt. Viele zur Carnival-Gruppe gehörenden Reedereien haben die Wiederaufnahme ihres Kreuzfahrtgeschäfts verschoben. Die größte der Carnival-Gesellschaften, die britische P&O Cruises, hat bereits angekündigt, vor 2021 keine Kreuzfahrten mehr anzubieten. Die italienische Reederei Costa Cruises, die auch zur Carnival-Gruppe gehört, hat hingegen im September nach fünfmonatiger Corona-Pause ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Ursprungsmeldung: Die US- Gesundheitsbehörde CDC hat die No Sail Order bis zum 30. September verlängert. Kreuzfahrtschiffe mit einer Kapazität von  mehr als 250 Passagiere dürfen damit  in US-amerikanischen Gewässern nicht fahren. . Laut CDC gab es seit März in US-Gewässern rund 3.000 Corona-Fälle an Bord von Kreuzfahrtschiffen mit 34 Toten. Die Behörde zählte seither 99 Ausbrüche auf den Schiffen, und das Problem besteht nach wie vor. Von den 49 Kreuzfahrtschiffen, die zurzeit  in den USA festgesetzt sind, befinden sich neun Liner mit akuten Corona-Infektionen unter den Crews.

URSPRUNGSMELDUNG

Die US-Behörden haben Kreuzfahrten mit einer „No Sail Order“ drastisch weiter eingeschränkt: Die Gesundheitsbehörde CDC verfügte, dass die Beschränkungen für weitere einhundert Tage gelten – also bis Ende Juli. Laut der „No Sail Order“ müssen alle Kreuzfahrtschiffe ihren Betrieb in dieser Zeit eingestellt lassen. Die Regelung besagt auch, dass Kreuzfahrtschiffe niemanden von Bord auf US-amerikanischen Boden lassen dürfen. Ausnahmen gibt es nur für medizinische Notfälle, die an Bord nicht ausreichend behandelt werden können oder für Kreuzfahrtschiffe mit weniger als 250 Menschen an Bord. Die Gesundheitsbehörde hatte schon am 14. März eine „No Sail Order“ erlassen, diese aber zunächst einmal auf 30 Tage limitiert. Durch die Verlängerung auf weitere 100 Tage kommt das gesamte Kreuzfahrtgeschäft ab den und in die USA komplett zum Erliegen. Dies betrifft vor allem die großen US-gesellschaften wie die Carnival Corporation, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line mit allen ihren Untermarken, die ihre Heimathäfen in den USA haben. Die Gesundheitsbehörde begründete die Entscheidung die „No Sail Order“ um das Dreifache zu verlängern mit den Hunderten Corona-Fällen an Bord von mindestens zehn Kreuzfahrtschiffen, welche Häfen in den USA angelaufen waren. Laut Gesundheitsbehörde sollen sich vor den Küsten und in den Häfen der USA derzeit rund einhundert Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 50.000 Besatzungsmitgliedern an Bord befinden. Diese müssten nach der Regelung auf den Schiffen bleiben und könnten nicht in ihre Heimatländer zurück, wenn die Crewzahl auf einem Schiff die 250-er Marke übersteigt. Die Regelung gilt zwar ab sofort, kann aber wieder zurückgenommen und aufgehoben werden, wenn sich die allgemeine Lage in den USA wieder entspannt und das Corona-Virus wirkungsvoll eingedämmt oder bekämpft werden kann.

Weitere Informationen unter https://www.cdc.gov/media/releases/2020/s0409-modifications-extension-no-sail-ships.html