Jenny Waack arbeitet auf der MS Expedition von G Adventures

Abenteuer statt Aktienkurse, Erlebnisse statt Ergebnisse, Freiheit statt Finanzen –  der Wunsch allein über Tagesablauf, Aufenthaltsort und Tätigkeit entscheiden zu können,  trieb Jenny Waack weg von ihrem sicheren und gut bezahlten Schreibtischjob bei der Deutschen Bank.  Die 32-jährige nutzte ein Angebot ihres Arbeitgebers und nahm eine Auszeit für ein Jahr.  Während dieses Sabbaticals  wurde ihr klar, dass sie zwar ihre Arbeit mochte, aber dass es noch viel mehr gab, was sie in und mit ihrem Leben machen wollte.

Denn bis dahin war alles viel zu normal gelaufen: In Leipzig geboren und aufgewachsen, ging die zierliche Brünette zunächst nach Frankfurt zur Ausbildung beim Finanzamt, studierte anschließend Betriebswirtschaftslehre in Karlsruhe und landete schließlich bei der Deutschen Bank, wo sie zuletzt im Investmentbanking arbeitete.  Sie nutzte die einjährige Freizeit, um auf Reisen zu gehen. Zunächst nach Südamerika, wo sie ihre Spanischkenntnisse verbesserte, dann  erfüllte sie sich den Traum die Galapagos-Inseln zu sehen.  Dort traf sie ihren jetzigen Lebensgefährten Jonathan, der ein privates Forschungsprojekt zu Walhaien betreibt. Um Geld zu verdienen arbeitet Brite Jonathan immer wieder als Expeditionsleiter auf dem Passagierschiff „Expedition“ des weltweit führenden Veranstalter für Abenteuerreisen, G Adventures. Jenny ging mit Jonathan auf das Schiff in die Antarktis.

Mehr deutsche Passagiere auf der MS Expedition

Es traf sich gut, dass G Adventures gerade deutschsprachiges Personal für das Schiff gebrauchen konnte. Denn das Unternehmen aus dem kanadischen Toronto, das in Nordamerika, Großbritannien und Australien zu den bekanntesten Veranstaltern zählt, zieht immer mehr an Abenteuer- und Kulturreisen Interessierte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Auch auf der „Expedition“ steigt die Zahl deutschsprachiger Passagiere und Charter, so dass Jenny Waack das Angebot bekam, sich als Ansprechpartnerin um diese Kunden zu kümmern. Seitdem lebt sie auf der 138 Passagiere fassenden „Expedition“ als Mitglied des sechzehnköpfigen Expeditionsteams.

Wenn viele Deutschsprachige an Bord sind, dann setzt G Adventures auch deutsche Experten sowie Lektoren ein, die Vorträge englischsprachiger Wissenschaftlerwerden übersetzt. Deutsche Passagiere bekommen ein separates Briefing. Genau dies bereitet Jenny Waack vor, erstellt Vortragsfolien  für die Sicherheitsübung, das Zielgebiet, die einzelnen Exkursionsorte und die Vorträge auf Deutsch. Außerdem kann sie auf ihr betriebswirtschaftliches Wissen zurückgreifen und erstellt oder verbessert Excel-Sheets für die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen auf dem Schiff sowie zwischen Schiff und dem Basecamp genannten Hauptsitz von G Adventures in Toronto.

Die Arbeit auf der MS Expedition von G Adventures ermöglicht Jenny lange Aufenthalte in Arktis und Antarktis
Die Arbeit auf der MS Expedition von G Adventures ermöglicht Jenny lange Aufenthalte in Arktis und Antarktis

Besonders gut gefällt ihr, dass sie nicht nur alte Kenntnisse einsetzen, sondern viele neue Fähigkeiten erwerben kann, die sie sonst wohl kaum gelernt hätte. Dazu gehören unter anderem Zodiac- und Schießtraining. Perfekter Umgang mit den robusten Schlauchbooten ist besonders wichtig, denn die Passagiere werden auf Expeditionsseereisen nahezu ausschließlich mit Zodiacs an Land oder mitten in ein Packeisfeld gebracht. Auf Spitzbergen ist es zudem wegen der Eisbären Pflicht auf Expeditionen oder Wanderungen zum Schutz eine Waffe zu tragen.  Da man mit den auf der „Expedition“ verwendeten Gewehren Kaliber 0.308 umgehen können sollte, machen die beiden Waffenmeister an Bord regelmäßig mit den Mitgliedern des Expeditionsteams Schießtrainings auf einer Anlage in Longyearbyen, wenn das Schiff Passagieraustausch hat.

Die Ruhe im ewigen Eis

Die Zeit auf der „Expedition“ ermöglicht Jenny Waack auch ihre Lieblingsgebiete Arktis und Antarktis ausführlich zu erkunden: „Ich hätte sonst nicht die finanzielle Möglichkeit mehrmals in die Polarregionen zu reisen und sie so intensiv kennenzulernen.“  Die erfahrenen Kollegen vom Expeditionsteam, darunter Geologen, Botaniker, Ornithologen, Historiker und Zoologen wie die Eisbären-Koryphäe Dr. John Smith von der Universität Montreal teilen ihr Wissen gerne: „Eine bessere Möglichkeit komprimiert so viel Wissenswertes zu erfahren, gibt es wohl kaum. Das Expeditionsteam ist wie eine große Familie, jeder hilft mir oder bringt mir etwas bei, falls ich das brauche.“  Sie ist fasziniert von den bizarren Eislandschaften  und wann immer sich die Möglichkeit bietet,  geht sie mit von Bord: „ Ich genieße die Stille im Eis, mit etwas Glück scheint die Sonne und das Panorama ist jedes Mal überwältigend, dieses Erleben der Natur. Das ist Zeit für mich und diese Zeit nehme ich mir bewusst.“   Denn auf einem Expeditionsschiff zu arbeiten bedeutet auch viele Stunden und vor allem, für Gäste immer ansprechbar zu sein: „Wir haben extrem viele Alleinreisende, die auch die Kabinen teilen. Unsere Passagiere sind aber in der Regel sehr offen und entspannt, darum macht die Arbeit viel Spaß.“

Viel Spaß macht auch ihre Leidenschaft Tauchen, die 32-jährige ist zertifizierter Divemaster. Mit Lebenspartner Jonathan arbeitet sie auf den Galapagos-Inseln an einem Forschungsprojekt mit Walhaien. Wissenschaftler wissen noch sehr wenig über die großen, scheuen Tiere. Die Wanderungen von Walhaien und die Aufzucht der Jungen sind noch relativ unerforscht.  Hier setzt das Galapagos-Projekt an und Ecuador ist zur zweiten Heimat von Jenny Waack geworden.  Da die Forschungsstation keinerlei finanzielle Unterstützung erhält, arbeiten Jenny und Jonathan auf dem Schiff, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Außerdem bieten die Beiden Tauchreisen an. Bislang sind dies zwei bis drei individuelle Reisen pro Jahr und Wissenschaftler oder Studenten, die die Möglichkeit nutzen mit Walhaien zu tauchen und aus nächster Nähe zu erleben.  Gerade erst hat die BBC eine Dokumentation bei ihnen gedreht. Jenny möchte diese Tauchreisen in den nächsten Jahren weiter ausbauen, damit die Forschung nicht eingestellt werden muss. Sie erstellt eine neue Website und möchte Social Media-Kanäle wie Facebook aktivieren, um die Tauchreisen bekannt zu machen. Außerdem kümmert  sie sich um die gesamte Administration wie Flüge, Unterkunft, Transfers, zu mietende Schiffe, die Bestellung von Verpflegung und macht die Abrechnung.

Sechs  Monate auf dem Schiff, zwei Monate in Deutschland bei Familie und Freunden, zwei Monate wissenschaftlicher Arbeit im Walhai-Projekt und  zwei Monate für sich – so  soll Jenny Waacks Leben zukünftig aussehen.  Aber auch ein Engagement bei einer Bank in Ecuador würde ihr Spaß machen. Was wie ein Bruch mit dem bisherigen Leben aussieht, ist gut geplant, dafür ist sie „viel zu sehr deutsch.“ Sie pflegt ihre Kontakte aus der Bankszene, man weiß nie, was kommt. Walhaie und Wall Street,  beide Pole könnten ihr Leben bestimmen. Zwei Hälften sind halt nicht immer ein Bruch, sondern können im Idealfall auch ein komplettes und stimmiges Ganzes ergeben.

Weitere Informationen zu Reisen mit der MS Expedition unter www.gadventures.de/reisearten/kreuzfahrten/

Informationen zu Walhaien:                                                            www.nzz.ch/wissenschaft/biologie/raetselhafter-riese-der-meere-1.18681558

Diese und weitere Reisen  sind buchbar bei Polaris Tours, dem Spezialisten für Schiffsreisen in der Arktis und Antarktis. Weitere Informationen unter www.polaris-tours.de oder unter Telefon: +49 (0) 8822 – 948 66 0. Kataloganforderung per Mail unter info@polaris-tours.de

Diese Reise wurde unterstützt von G Adventures (www.gadventures.de) und Polaris Tours

www.polaris-tours.de)