Royal Caribbean hat, bedingt durch Corona, im zweiten Quartal 2020 einen Nettoverlust von 1,64 Milliarden US-Dollar eingefahren.

Update 24.2.2021: Die Royal Caribbean Group hat die Finanzergebnisse für das Geschäftsjahr 2020 veröffentlicht und aufgrund der Beschränkungen durch Corona einen Jahresverlust von 4,8 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Kreuzfahrtkonzern mit den drei Marken Royal Caribbean International, Celebrity Cruises Silversea sowie dem Joint Venture TUI Cruises, verbuchte im abgelaufenen vierten Quartal 2020 trotz erster Fahrten erneut riesige Verluste in Höhe von 1,15 Milliarden Euro.

Im Rahmen der weltweiten Eindämmungsbemühungen infolge der COVID-19-Pandemie führte Royal Caribbean ab dem 13. März 2020 eine freiwillige Einstellung seines Kreuzfahrtbetriebs durch, die für die meisten Schiffe bis mindestens 30. April 2021 verlängert wurde. Für das Gesamtjahr meldete das Unternehmen einen US-GAAP-Nettoverlust von 5,8 Milliarden US-Dollar oder 27,05 USD je Aktie gegenüber einem Nettogewinn von 1,9 Milliarden oder 8,95 USD pro Aktie im Vorjahr. Bis zu einer Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs rechnet Royal Caribbean mit weiteren Verlusten von 200 bis 240 Millionen Euro – pro Monat.

„Diese Krise ist zweifellos die schwierigste in der Unternehmensgeschichte. Wir waren jedoch beeindruckt und dankbar für den Einfallsreichtum und die Beweglichkeit unseres Teams bei der Reaktion auf die Corona-Pandemie. Angesichts dieser beispiellosen Herausforderungen bleiben wir zuversichtlich, dass sich unser Unternehmen erholen und zu der positiven Entwicklung zurückkehren kann, die wir zuvor hatten “, sagte Richard D. Fain, Vorsitzender und CEO. Royal Caribbean gab außerdem bekannt, dass es weiterhin mit Epidemiologen, Gesundheitsbehörden und verschiedenen Regierungen auf der ganzen Welt zusammenarbeitet, um Gästen, Besatzungsmitgliedern und den besuchten Häfenen eine gesunde und sichere Rückkehr zu Kreuzfahrten zu gewährleisten. Royal Caribbean hat bereits einige begrenzte Operationen begonnen: Die Quantum of the Seas fuhr im Dezember von Singapur aus. Darüber hinaus hat die Tochtergesellschaft von TUI Cruises seit November drei Schiffe auf den Kanarischen Inseln im Einsatz.

 

Ursprungsmeldung: Die durch Corona verursachten Kreuzfahrtstopps und die dadurch entstandenen Verluste für Reedereien sind horrend: Die börsennotierte Kreuzfahrtreederei Royal Caribbean hat im zweiten Quartal 2020 einen Nettoverlust von 1,64 Milliarden US-Dollar eingefahren. Diese Summe kommt nach einem Nettoverlust von 1,4 Milliarden im ersten Quartal 2020 hinzu, so dass für Royal Caribbean insgesamt eine grauenhafte Bilanz von insgesamt mehr als 3 Milliarden US-Dollar (ca. 2,4 Milliarden Euro) in diesem Jahr durch Corona entstanden ist. Der nach der Carnival Corporation zweitgrößte Kreuzfahrtkonzern der Welt rechnet damit, dass er wegen der Einschränkungen durch Corona monatlich durchschnittlich 250 bis 290 Millionen Dollar der vorhandenen liquiden Mittel verbrennen wird.

Zum Glück für Royal Caribbean verfügt das Unternehmen über große Barreserven, auf die es zurückgreifen kann: 4,1 Milliarden US-Dollar stehen noch immer zur Verfügung. Das Unternehmen hatte sich zu Beginn der Krise schnell neue Liquidität beschafft und einen Kredit in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Aufgenommen wurde der Kredit laut Medien mit einer Fazilität von einem Jahr. Diese soll um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Kürzung und Streichung von Investitionen, Betriebskosten und andere Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität sollen mindestens weitere 1,7 Mrd. USD im Jahr 2020 bringen. Außerdem wurden wegen der Corona-Krise massiv Stellen abgebaut. Das Unternehmen mit Sitz in Miami schickte mehr als 25 Prozent der mehr als 5.000 Beschäftigten in den USA in den Zwangsurlaub oder stellte sie frei. Rund 1.300 Mitarbeiter in den Büros und Häfen in den USA mussten das Unternehmen verlassen.  Zuvor waren bereits zahlreiche Verträge von Crewmitgliedern an Bord der Schiffe vorzeitig beendet worden.

Die Barmittel werden Royal Caribbean wahrscheinlich durch die Pandemie bringen, jedoch sieht die Zukunft für kleinere Kreuzfahrtveranstalter mit geringeren Barreserven deutlich düsterer aus. Verluste dieser Größenordnung sind eindeutig nicht tragbar und verdeutlichen den enormen finanziellen Druck, unter den Corona alle Kreuzfahrtunternehmen gestellt hat. Die kürzlich erfolgten Ausbrüche von Corona an Bord von Kreuzfahrtschiffen nach dem Re-Start könnten erneut enorme Auswirkungen auf die Kreuzfahrtindustrie mit verheerenden Folgen für die Branche haben.

Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten hat Royal Caribbean bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen angegeben, dass die Buchungen für das Jahr 2021 positiv sind. Etwa 60 Prozent der Buchungen seien neue Reservierungen und keine Umbuchungen für abgesagte Reisen. Die Reaktion der Anleger auf diese Nachricht zeigt, wie weit sich das Geschehen an den Börsen von der realen Wirtschaftswelt abgekoppelt hat: Der Kurs der Aktie stieg trotz des Milliardenverlustes und den horrenden Tagesverlusten um knapp 10 Prozent. Die Aktien des Unternehmens hatten in diesem Jahr allerdings bereits mehr als 60 Prozent ihres Wertes verloren.

 

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