Die Branche Kreuzfahrt benötigt für ihre Schiffe 80.000 neue Arbeitskräfte pro Jahr. Dies geht aus einer Untersuchung für die nächsten zehn Jahre hervor.

Die Kreuzfahrtbranche benötigt für ihre Schiffe 80.000 neue Arbeitskräfte pro Jahr. Dies geht aus einer Untersuchung der Cruise Review hervor, die dies für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre vorhersagt. 70.000 neue Leute werden jedes Jahr benötigt, um Angestellte auf den Schiffen zu ersetzen, die in andere Branchen wechseln oder in den Ruhestand gehen. Das bedeutet, dass die Fluktuation bei Jobs auf Kreuzfahrtschiffen und der Altersdurchschnitt sehr hoch sind. Nur 10.000 weitere Menschen werden gebraucht, um das Wachstum zu stemmen. Insgesamt arbeiten derzeit auf allen Kreuzfahrtschiffen rund 250.000 Menschen.

Besonders werden aktuell nautische Offiziere und Kapitäne gesucht, Reedereien werben sich derzeit gegenseitig geeignete Kandidaten ab. Der Löwenanteil der Jobs in der Kreuzfahrt sind aber für Service- und Arbeitskräfte, die größtenteils aus Asien stammen. In Ländern wie  den Philippinen, Indonesien, Indien und in der Karibik sind die Jobs an Bord hochbegehrt, da selbst bei einem für europäischen Verhältnisse niedrigen Lohn meist noch das vier- bis fünffache im Monat verdient wird wie in den Herkunftsländern. Die Kreuzfahrtlinien werben auch immer mehr Menschen aus Thailand, Myanmar, Vietnam und China an. Nur das Management wird größtenteils immer noch aus Europa und den USA rekrutiert, wobei die Aufstiegschancen für Menschen aus anderen Ländern deutlich besser geworden sind als noch vor zehn Jahren.

Die Herausforderung bei den Stellenbesetzungen liegt nicht nur darin geeignete Kandidaten zu finden, die z. B. im Servicebereich bereits eine Ausbildung und Arbeitserfahrung in der Hotellerie gemacht haben. Die Besatzung an Bord der Schiffe besteht zum Teil aus mehr als 50 verschiedenen Nationen wie bei der Queen Mary 2, wo das Beherrschen der englischen Sprache eine Grundvoraussetzung ist. Dies ist mittlerweile auf vielen Kreuzfahrtschiffen Bedingung, bei Reedereien wie Ponant sollte man außerdem Französisch verstehen und sprechen können. Neben ständigem Training für den Job an Bord bieten viele Reedereien darum auch Sprachkurse zur Weiterbildung an. So wundert denn auch die hohe Fluktuation nicht mehr: wer auf einem Kreuzfahrtschiff für mindestens vier Monate (meistens sind Zimmermädchen und Kellner bis zu neun Monate am Stück an Bord) sieben Tage die Woche viele Stunden am Tag gearbeitet hat, mit den beengten Verhältnissen in Crewkabinen und Menschen aus vielen Nationen umgehen kann und auch noch den teils sehr hohen Servicestandard erfüllen kann, wird fast überall an Land gern genommen.