Die Grand Classica der Reederei Bahamas Paradise Cruise Line ist auf Kuba von den Behörden, trotz vorheriger Anlauferlaubnis, abgewiesen worden.

Die Grand Classica der Reederei Bahamas Paradise Cruise Line ist auf Kuba von den Behörden, trotz vorheriger Anlauferlaubnis, abgewiesen worden. Das Kreuzfahrtschiff durfte nicht im Hafen von Havanna anlegen und musste ohne Landgang nach Nassau, Bahamas, weiterfahren. Dies war für die Passagiere um so bitterer, da nicht einfach nur ein Anlaufhafen mit Ausflügen ausfiel, sondern der Reiseveranstalter Viva Travel, der einen Vollcharter der Grand Classica aufgelegt hatte, die Gäste mit einer besonderen Attraktion nach Kuba gelockt hatte: Als besonderes Angebot zum Valentinstag sollte es für Kubaner, die in den USA leben, die Möglichkeit geben, ihre Angehörigen zu besuchen, berichtete der Miami Herald. Die Werbung für die Kreuzfahrt mit Preisen ab 599 US-Dollar bot an, mit den kubanischen Verwandten ein Konzert genießen sowie gemeinsam Essen zu können.

Die kubanischen Behörden gaben keinen offiziellen Grund für die Zurückweisung des Schiffes an. Experten vermuten aber, dass es an unter den Passagieren befindlichen Ärzten liegt, die aus Kuba geflohen sind. Denn auf der Insel ausgebildete Ärzte mit kubanischer Staatsbürgerschaft, die aus Kuba oder ihren Einsatzgebieten in Afrika, Südamerika oder Asien geflüchtet sind und in anderen Ländern um Asyl gebeten haben, werden von der kubanischen Regierung als Deserteure angesehen und dürfen nicht für acht Jahre auf die Insel zurückkehren. Es ist nicht klar, ob die Entscheidung, das Kreuzfahrtschiff abzuweisen, auf ein Missverständnis zurückzuführen war, oder ob die kubanischen Behörden ihre Meinung geändert hatten, als das Schiff anlegen wollte. Denn die Passagierlisten müssen lange vor dem Anlauf eingereicht werden.

Viva Travel besteht darauf, dass es aus Kuba die Erlaubnis hatte, in Havanna anzulegen und kubanischen Verwandten zu erlauben, an Bord zu kommen: “Unser Unternehmen hat alle notwendigen Verträge mit der kubanischen Regierung“, sagte Eduardo Castillo, Vizepräsident von Viva Travel. “Zuerst sagten sie, dass wir die Insel ohne Probleme betreten könnten. Ein wenig später teilten die Hafenbehörden der Besatzung mit, dass der Verkehrsminister den Besuch untersagt hatte und dass das Schiff unverzüglich die nationalen Gewässer verlassen müsse.“ Castillo sagte, er könne die von Kuba unterschriebenen Dokumente noch nicht vorlegen, weil sie sich an Bord des Schiffes befänden.  Er wolle sie aber sofort veröffentlichen, sobald die Grand Classica im Zielhafen ankäme. Auch der Schiffseigner, die Reederei Bahamas Paradise Cruise Line sagte, dass die erforderlichen Genehmigungen alle vorhanden seien und dass die kubanische Regierung verantwortlich sei.

Weitere Informationen unter https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article226355605.html