Die Meyer Werft in Papenburg steckt wegen des Corona-Virus in einer Krise: Es drohen Kurzarbeit und auch der Abbau von Arbeitsplätzen

Update 18.3.: Die Meyer Werft in Papenburg hat im vergangenen Jahr durch die Auswirkungen der Corona-Krise auf den weltweiten Kreuzfahrt-Markt einen hohen zweistelligen Millionenverlust gemacht. Für das Jahr 2020 ist ein negatives Ergebnis in Höhe von etwa 70 Millionen Euro zu erwarten. Im Jahr 2019 betrug der Gewinn der Werftengruppe noch 17 Millionen Euro, im Jahr davor waren es noch 51 Millionen Euro. Bereits im Januar hatte die Geschäftsführung die Belegschaft informiert, dass das Unternehmen für 2020 von einem hohen Verlust ausgeht. Senior-Chef Bernard Meyer sagte in einer Videobotschaft auf der Homepage der Werft an die Belegschaft gewandt, dies sei die größte Krise, die er je erlebt habe. Es drohten erhebliche Einschnitte für die Belegschaft, man müsse in allen Bereichen nicht nur über Kurzarbeit, sondern auch über den Abbau von Arbeitsplätzen nachdenken. Bis 2023 sei die Auftragslage gut. Einige Kunden hätten ihm allerdings bereits signalisiert, dass sie die bestellten Schiffe nicht mehr benötigten. Um Stornierungen zu verhindern, hatte sich die Werft mit ihren Kunden auf eine Streckung des Auftragsbuches einigen können. Dabei werden Aufträge, die eigentlich bis 2023 geplant waren, nun bis 2025 abgearbeitet.  Wegen der Verschiebung des Bauprogramms von jährlich drei abzuliefernden Schiffen auf zwei Ablieferungen pro Jahr wird der Konzern in den nächsten Jahren einen durchschnittlichen Jahresumsatz von etwa 1,6 Milliarden Euro erzielen. Meyer rechnet zudem damit, dass es in den nächsten drei Jahren kein Neugeschäft gibt. Die Branche werde wohl bis zum Jahr 2030 brauchen, um sich von der Krise zu erholen.

Weil die Kreuzfahrtbranche in der Corona-Pandemie stillliegt, muss die Werft 40 Prozent Kapazität einsparen und will mehr als 600 Arbeitsplätze abbauen. Darüber hinaus werden von den restlichen Beschäftigten 200 unbezahlte Arbeitsstunden im Jahr verlangt.

Weitere Informationen unter https://www.meyerwerft.de/de/index.jsp

Ursprungsmeldung: Die Meyer Werft in Papenburg steckt wegen des Corona-Virus und den damit verbundenen Auswirkungen in einer Krise. Senior-Chef Bernard Meyer sagte in einer Videobotschaft auf der Homepage der Werft an die Belegschaft gewandt, dies sei die größte Krise, die er je erlebt habe. Es drohten erhebliche Einschnitte für die Belegschaft, man müsse in allen Bereichen nicht nur über Kurzarbeit, sondern auch über den Abbau von Arbeitsplätzen nachdenken. Bis 2023 sei die Auftragslage gut. Einige Kunden hätten ihm allerdings bereits signalisiert, dass sie die bestellten Schiffe nicht mehr benötigten. Um Stornierungen zu verhindern, werde die Produktion nun gestreckt. Meyer rechnet zudem damit, dass es in den nächsten drei Jahren kein Neugeschäft gebe. Die Branche werde wohl bis zum Jahr 2030 brauchen, um sich von der Krise zu erholen.

Die Geschäftsführung will die bestehenden Aufträge zeitlich möglichst lange strecken, weil sie befürchtet, dass kaum neue Bestellungen für Kreuzfahrtschiffe kommen werden. Daher werde die Werft die jährliche Produktion von drei auf zwei Schiffe reduzieren. Dies bedeutet dann alles in allem knapp 40 Prozent weniger Arbeit. Für die rund 3.600 Mitarbeitern der Werft kam die Videoansprache ihres Chefs überraschend, laut Betriebsrat sorgte das Statement für Unruhe in der Belegschaft.  Allen sei klar gewesen, dass es wegen Corona Probleme in der Kreuzfahrtindustrie und damit auch für die Werften, auf denen die Neubauten entstehen, gebe, von einem Stellenabbau sei bislang aber nicht die Rede gewesen. Wenn es dazu kommen sollte, dürfe es nicht die Stammbelegschaft treffen. Die Leidtragenden wären dann in erster Linie wohl Tausende sogenannte Leih-Arbeiter, die über Werkverträge beschäftigt sind. Die Anzahl der Fremdfirmen würde in einem solchen Fall vermutlich massiv reduziert. Dies hat auch Auswirkungen auf Arbeitsplätze in der gesamten Region: Denn die Probleme der Meyer Werft werden auch alle Zulieferbetriebe massiv zu spüren bekommen. In den Landkreisen Leer und Emsland hängen insgesamt rund 4.000 weitere Vollzeitstellen direkt oder indirekt mit der Werft zusammen.

Erste Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzungen und Homeoffice wurden bei der Meyer Werft bereits umgesetzt: Schichten wurden verkürzt, teilweise Heimarbeit beauftragt. Einen Vorschlag der Arbeitnehmervertretung, die Belegschaft zu teilen und wochenweise abwechselnd arbeiten zu lassen, lehnte die Geschäftsführung ab.

Das Video von Firmenchef Bernhard Meyer ist zu finden unter https://www.meyerwerft.de/de/corona_praevention/praeventionsvideos.jsp