Nach Infektionen in einem Restaurant in Leer müssen Teile der Chefetage und des Betriebsrates der Meyer Werft wegen des Corona-Virus in Quarantäne.

Update 22.3.: Das Ziel der MEYER-Gruppe ist die grüne Schifffahrt und der grüne Schiffbau. Dazu gehören auch die Digitalisierung und Industrie 4.0. Deshalb hat die MEYER Gruppe bereits im Jahr 2019 das Start-up ALFRED Maritime als Think Tank für die Digitalisierungsthemen der MEYER Gruppe gegründet. Nun befindet sich das junge Unternehmen auf Wachstumskurs. Die Mission von ALFRED Maritime ist es, dafür zu sorgen, dass Schiffe nicht nur möglichst energieeffizient gebaut, sondern auch möglichst nachhaltig betrieben werden. “Vor drei Jahren haben wir ALFRED Maritime gegründet, um die Digitalisierung an Bord unserer Schiffe voranzutreiben. Unser Spezialistenteam ist herausragend, da es unsere  Fähigkeiten in den Bereichen Internet of Things und Künstliche Intelligenz mit dem Schiffbau-Fachwissen der Werft kombiniert. Es ist ein einzigartiges Team, das datengesteuerte Lösungen zur CO2-Reduzierung auf Schiffen entwickelt. Als Familienunternehmen denken wir langfristig und bereiten uns auf die Zukunft vor. Und wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir bald erste Produkte einführen werden”, sagt Dr. Paul Meyer, CEO von ALFRED Maritime und Chief Information Officer der MEYER-Gruppe. ALFRED Maritime mit Sitz in Hamburg agiert als agiles Team innerhalb der MEYER Gruppe mit ihren drei Werften in Papenburg, Rostock und im finnischen Turku. Ziel der MEYER Gruppe ist es, Schiffbau und Schiffsbetrieb mit innovativen Lösungen in Richtung Klimaneutralität zu entwickeln. “Wir sind ein Start-up und agieren als solches, aber wir sind Teil der starken MEYER Gruppe, die auf dem Weltmarkt angesehen und erfolgreich ist”, so Meyer weiter. Ein wichtiger Baustein ist dabei der Nutzen der Digitalisierung: Dank ALFRED Maritime können Daten für die Reduzierung des Energieverbrauchs sowie die Dekarbonisierung des Schiffsbetriebs nutzbar gemacht und sogar das Kundenerlebnis der Passagiere verbessert werden. In dieser Mission arbeitet ALFRED Maritime als Team von “Daten-Butlern”, um Werften und Schiffseigner zu unterstützen. “Die Zukunft des Schiffbaus ist grün. Das erfordert auch intelligente IT-Systeme, um das Gesamtprodukt Schiff auf unserem Weg zur kohlenstofffreien Schifffahrt kontinuierlich zu verbessern”, sagt Malte Poelmann, Chief Technology Officer der MEYER-Gruppe.

Weitere Informationen unter https://alfred-maritime.com.

 

Update 29.1..2022: Als Start-Up mit acht Mitarbeitern hat MEYER NEPTUN Engineering Anfang 2022 die Arbeit an ersten Projekten aufgenommen. Das Team soll in den kommenden Monaten auf mehr als 50 Ingenieure wachsen. Die ersten Mitarbeiter leisten nun zunächst Pionierarbeit. „MEYER NEPTUN Engineering ist ein Start-Up, bei dem die Mitarbeiter auch den Aufbau des Unternehmens mit gestalten. Gleichzeitig haben wir die Sicherheit, innerhalb der MEYER Gruppe bereits Projekte zu haben, die für Engineering-Arbeit in den kommenden Jahren sorgen“, sagt Malte Poelmann, Geschäftsführer von MEYER NEPTUN Engineering. Für die neuen Mitarbeiter steht nun eine Einarbeitung in Rostock sowie eine intensive Austauschphase mit den bestehenden Engineering-Teams in Papenburg an.

Das neue Kompetenzzentrum wird besonders innovative Lösungen für den Schiffbau entwickeln. Im Vordergrund stehen die Entwicklung klimafreundlicher Antriebe, dazu nachhaltige Lösungen als Nachrüstung bestehender Flotten, Forschungsschiffe und Offshore-Anlagen. „Unsere Aufgaben sind eine einmalige Kombination aus konkreten Schiffsprojekten und wegweisender Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Dafür suchen wir weiterhin nach Talenten, die mit uns die Schifffahrt der Zukunft gestalten wollen“, beschreibt Geschäftsführer Manfred Müller-Fahrenholz. Mit MEYER NEPTUN Engineering hat die MEYER Gruppe am Standort der NEPTUN WERFT 2021 ein neues Kompetenzzentrum für Spezialschiffe gegründet. „Das ist eine Investition in die Zukunft des gesamten Schiffbaustandortes Deutschlands. Unsere Wahl für Rostock ergibt sich aus dem maritimen Know-how der Region mit einem starken Netzwerk an mittelständischen Partnerfirmen, die Nähe zur Fraunhofer-Gesellschaft, zur Universität Rostock und die Nähe zur NEPTUN WERFT“, sagt Malte Poelmann

Update14.10.2020: Die Meyer Werft in Papenburg hat aus eigener Kraft eine kräftige Finanzspritze erhalten. Mit mehrmonatiger Verzögerung konnte die Meyer-Werft jetzt das Kreuzfahrtschiff „Iona” an die britische Reederei P&O Cruises übergeben. Die „Iona” war im März über die Ems zur Nordsee überführt und dann zum Innenausbau nach Bremerhaven gebracht worden. Die eigentlich für Mai vorgesehene Ablieferung verzögerte sich dann immer wieder, weil der Endausbau unter Corona-Bedingungen schwierig war und P&O Cruises keine Eile hatte, das Schiff termingerecht zu übernehmen. Erste Fahrten auf der „Iona” bietet die Reederei nun ab Februar 2021 ab Southampton an. Üblicherweise werden Neubauten von Kreuzfahrtschiffen in mehreren Raten bezahlt: den größten Batzen gibt es meistens erst nach kompletter Ablieferung und Abnahme durch die jeweilige Reederei. Die Werften müssen die Kosten für material und Arbeitslöhne dann zwischenfinanzieren. So hat eine Verzögerung der Ablieferung um mehrere Monate zunächst auch gewaltige finanzielle Konsequenzen und kann sich verstärkt auf die Liquidität der Werft auswirken. So hatte die Meyer Werft zum Beispiel das Urlaubsgeld der angestellten und Arbeiten so lange zurückgehalten, bis die „Iona” abgeliefert und bezahlt war. Jetzt kann sich die Belegschaft freuen: Mit dem nächsten Gehalt soll nun auch das zunächst einbehaltene Urlaubsgeld ausgezahlt werden.

Die Meyer Werft streckt wegen der Corona-Pandemie ihr ursprüngliches Bauprogramm und will jährlich jetzt nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe fertigstellen. Damit ist allerdings auch absehbar, dass dies Arbeitsplätze kosten wird und einige Jobs in der 3600 Personen zählenden Stammbelegschaft wegfallen. Eine genaue Zahl will die Meyer Werft erst nennen, wenn die geänderten Verträge mit den Reedereien unter Dach und Fach sind.

Ursprungsmedung: Nach den Infektionen in einem Restaurant in Leer müssen Teile der Chefetage und des Betriebsrates der Papenburger Meyer Werft wegen des Corona-Virus in Quarantäne. Es gibt offenbar eine Verbindung zu den Infektionen im Restaurant „Alte Scheune“ in Jheringsfehn: Nachdem sich 18 Menschen offenbar im Rahmen einer Restaurant-Feier im Landkreis Leer mit dem Coronavirus infiziert haben, gibt es Kritik an der Personalchefin der Papenburger Meyer Werft. Sie soll zu den Infizierten gehören, die sich bei der besagten Feier angesteckt haben. In der Woche nach der Feier hatte sie an mehreren Sitzungen teilgenommen, an denen unter anderem sowohl Teile der Chefetage als auch Mitglieder des Betriebsrats der Meyer Werft beteiligt waren. Daraufhin wurden die betroffenen Teilnehmer der Meetings in häusliche Quarantäne geschickt, darunter auch der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem. Am 15. Mai hatte sich eine geschlossene Gesellschaft in dem Restaurant „Alte Scheune“ Restaurant versammelt, 14 der im Nachhinein positiv getesteten Menschen waren nach Angaben des Landkreises Leer dort anwesend. Diese wiederum infizierten in der Zwischenzeit weitere Menschen, mit dem Virus angesteckt wurden in der Folge eine Person aus dem Landkreis Leer sowie drei Personen aus den Nachbarkreisen Emsland und Aurich. Der Landkreis arbeitet derzeit weiter daran, alle Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen. Zu der Wiedereröffnungsfeier des Restaurants waren rund 40 Personen eingeladen. Einer der Gäste soll ein Arzt gewesen sein, der Anfang der Woche Grippesymptome spürte und daraufhin positiv auf Corona getestet wurde. Daraufhin wurden weitere Personen, die Kontakt mit ihm hatten, getestet.

Die Meyer Werft ist durch die Corona-Pandemie stark betroffen, die Nachfrage nach neuen Kreuzfahrtschiffen ist zum Erliegen gekommen. Bei der zur Papenburger Meyer-Gruppe gehörenden Turku-Werft in Finnland wurden bereits 450 Mitarbeiter entlassen. Außerdem wird die Werft in Turku ihre Produktion von jährlich zwei auf ein Schiff zurückfahren. Insgesamt sind in Turku und Papenburg rund 3.600 Werftarbeiter in Kurzarbeit. Werft Chef Bernhard Meyer hatte die Mitarbeiter in einem Video bereits darauf vorbereitet, dass Stellen abgebaut werden müssen. Der Betriebsrat hatte gefordert, die Stammbelegschaft durch Kurzarbeit zu erhalten und stattdessen Leiharbeiter zu entlassen. Weitere Informationen dazu unter https://www.nwzonline.de/wirtschaft/hannover-papenburg-schiffsbau-in-der-corona-krise-althusmann-meyer-werft-in-papenburg-soll-bleiben_a_50,8,827779230.html