Die Meyer Werft in Papenburg steckt wegen des Corona-Virus in einer Krise: Es drohen Kurzarbeit und auch der Abbau von Arbeitsplätzen

Update 15.10.: Die Meyer-Werft, die von der Corona-Krise und dadurch verschobene Neubauten hart getroffen worden ist, hat Aussichten auf eine Millionenhilfe: Das Land Niedersachsen und der Bund beraten über eine Geldspritze für die Papenburger Werft. Dabei soll es um bis zu zwölf Millionen Euro gehen, die als sogenannte Härtefallhilfe fließen könnten.

Update 30.7.: Bei der Meyer-Werft sollen in der Corona-Krise 450 Arbeitsplätze abgebaut werden. Diese Einigung stellten Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall der Belegschaft vor. Wegen des Stillstands in der Kreuzfahrtbranche hat die Werft 40 Prozent weniger Arbeit und muss 1,2 Milliarden Euro einsparen. Die Werft-Führung hatte zunächst geplant, mindestens 660 Stellen abzubauen. Von den 3900 Meyer-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in Papenburg sollen 350 auf der Werft und 100 bei der Tochter Ems Maritime Systems (EMS) gehen.

Update 7.6.: Die Geschäftsführung der Meyer Werft hat ihre Mitarbeiter über einen Stellenabbau abstimmen lassen. Im Anschluss an eine online durchgeführte Informationsveranstaltung stimmten 93 Prozent von rund 1500 teilnehmenden Mitarbeitern für den von der Werft-Leitung vorgeschlagenen Weg. Dieser sieht vor, dass 660 Jobs wegfallen sollen, wenn die restliche Belegschaft bereit ist, 200 unbezahlte Überstunden im Jahr zu leisten. Für den zweiten der beiden Vorschläge, nach dem ohne Mitarbeiterbeitrag 1000 Stellen wegfallen sollen, gab es nur wenige Stimmen. Der Betriebsrat kritisierte das Vorgehen der Geschäftsführung als rechtswidrig, man habe einen Versuch unternommen, die Belegschaft zu spalten. Außerdem sei eine solche Aktion mitbestimmungspflichtig, die Arbeitnehmervertretung aber nicht beteiligt worden. Der Betriebsrat will nun eine Betriebsversammlung organisieren. Bei der Meyer Werft in Papenburg arbeiten derzeit noch 3.600 Mitarbeiter direkt und knapp 900 Mitarbeiter in Tochterfirmen.

Update 22.5.: Die Meyer Werft steckt durch die Folgen der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf den Kreuzfahrtmarkt in einer schwierigen Situation,  weil Aufträge aus der Kreuzfahrtbranche ausbleiben. Die größte deutsche Werft hat ihren Auftragsbestand bereits gestreckt und liefert die Schiffe bis 2025 langsamer aus. Insgesamt wird die Meyer Werft nach Schätzungen von  Geschäftsführer Bernard Meyer rund 40 Prozent weniger Arbeit habe. Darum muss Meyer in den nächsten Jahren etwa 1,2 Milliarden Euro einsparen und  zwangsläufig die Zahl der Mitarbeiter senken.  Von den 4500 Arbeitsstellen bei der Werft und deren Tochterfirmen sollen 660 wegfallen. Allerdings könnte die Zahl noch höher ausfallen, denn Voraussetzung für die Begrenzung auf 660 Stellen ist,  dass alle Angestellten und Arbeiter  der verbleibenden Belegschaft  200 unbezahlte Arbeitsstunden im Jahr leisten. Sowohl der Betriebsrat und als auch die IG Metall sperren sich allerdings bereits jetzt gegen betriebsbedingte Kündigungen und fordern, weniger Arbeit an Werkvertragsfirmen auszulagern.

Update 18.3.: Die Meyer Werft in Papenburg hat im vergangenen Jahr durch die Auswirkungen der Corona-Krise auf den weltweiten Kreuzfahrt-Markt einen hohen zweistelligen Millionenverlust gemacht. Für das Jahr 2020 ist ein negatives Ergebnis in Höhe von etwa 70 Millionen Euro zu erwarten. Im Jahr 2019 betrug der Gewinn der Werftengruppe noch 17 Millionen Euro, im Jahr davor waren es noch 51 Millionen Euro. Bereits im Januar hatte die Geschäftsführung die Belegschaft informiert, dass das Unternehmen für 2020 von einem hohen Verlust ausgeht. Senior-Chef Bernard Meyer sagte in einer Videobotschaft auf der Homepage der Werft an die Belegschaft gewandt, dies sei die größte Krise, die er je erlebt habe. Es drohten erhebliche Einschnitte für die Belegschaft, man müsse in allen Bereichen nicht nur über Kurzarbeit, sondern auch über den Abbau von Arbeitsplätzen nachdenken. Bis 2023 sei die Auftragslage gut. Einige Kunden hätten ihm allerdings bereits signalisiert, dass sie die bestellten Schiffe nicht mehr benötigten. Um Stornierungen zu verhindern, hatte sich die Werft mit ihren Kunden auf eine Streckung des Auftragsbuches einigen können. Dabei werden Aufträge, die eigentlich bis 2023 geplant waren, nun bis 2025 abgearbeitet.  Wegen der Verschiebung des Bauprogramms von jährlich drei abzuliefernden Schiffen auf zwei Ablieferungen pro Jahr wird der Konzern in den nächsten Jahren einen durchschnittlichen Jahresumsatz von etwa 1,6 Milliarden Euro erzielen. Meyer rechnet zudem damit, dass es in den nächsten drei Jahren kein Neugeschäft gibt. Die Branche werde wohl bis zum Jahr 2030 brauchen, um sich von der Krise zu erholen.

Weil die Kreuzfahrtbranche in der Corona-Pandemie stillliegt, muss die Werft 40 Prozent Kapazität einsparen und will mehr als 600 Arbeitsplätze abbauen. Darüber hinaus werden von den restlichen Beschäftigten 200 unbezahlte Arbeitsstunden im Jahr verlangt.

Weitere Informationen unter https://www.meyerwerft.de/de/index.jsp

Ursprungsmeldung: Die Meyer Werft in Papenburg steckt wegen des Corona-Virus und den damit verbundenen Auswirkungen in einer Krise. Senior-Chef Bernard Meyer sagte in einer Videobotschaft auf der Homepage der Werft an die Belegschaft gewandt, dies sei die größte Krise, die er je erlebt habe. Es drohten erhebliche Einschnitte für die Belegschaft, man müsse in allen Bereichen nicht nur über Kurzarbeit, sondern auch über den Abbau von Arbeitsplätzen nachdenken. Bis 2023 sei die Auftragslage gut. Einige Kunden hätten ihm allerdings bereits signalisiert, dass sie die bestellten Schiffe nicht mehr benötigten. Um Stornierungen zu verhindern, werde die Produktion nun gestreckt. Meyer rechnet zudem damit, dass es in den nächsten drei Jahren kein Neugeschäft gebe. Die Branche werde wohl bis zum Jahr 2030 brauchen, um sich von der Krise zu erholen.

Die Geschäftsführung will die bestehenden Aufträge zeitlich möglichst lange strecken, weil sie befürchtet, dass kaum neue Bestellungen für Kreuzfahrtschiffe kommen werden. Daher werde die Werft die jährliche Produktion von drei auf zwei Schiffe reduzieren. Dies bedeutet dann alles in allem knapp 40 Prozent weniger Arbeit. Für die rund 3.600 Mitarbeitern der Werft kam die Videoansprache ihres Chefs überraschend, laut Betriebsrat sorgte das Statement für Unruhe in der Belegschaft.  Allen sei klar gewesen, dass es wegen Corona Probleme in der Kreuzfahrtindustrie und damit auch für die Werften, auf denen die Neubauten entstehen, gebe, von einem Stellenabbau sei bislang aber nicht die Rede gewesen. Wenn es dazu kommen sollte, dürfe es nicht die Stammbelegschaft treffen. Die Leidtragenden wären dann in erster Linie wohl Tausende sogenannte Leih-Arbeiter, die über Werkverträge beschäftigt sind. Die Anzahl der Fremdfirmen würde in einem solchen Fall vermutlich massiv reduziert. Dies hat auch Auswirkungen auf Arbeitsplätze in der gesamten Region: Denn die Probleme der Meyer Werft werden auch alle Zulieferbetriebe massiv zu spüren bekommen. In den Landkreisen Leer und Emsland hängen insgesamt rund 4.000 weitere Vollzeitstellen direkt oder indirekt mit der Werft zusammen.

Erste Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzungen und Homeoffice wurden bei der Meyer Werft bereits umgesetzt: Schichten wurden verkürzt, teilweise Heimarbeit beauftragt. Einen Vorschlag der Arbeitnehmervertretung, die Belegschaft zu teilen und wochenweise abwechselnd arbeiten zu lassen, lehnte die Geschäftsführung ab.

Das Video von Firmenchef Bernhard Meyer ist zu finden unter https://www.meyerwerft.de/de/corona_praevention/praeventionsvideos.jsp