Buchbesprechung / Rezension Krimi "Die Blaue Reiterin" von Monika Pfundmeier, Benevento Verlag, sehr unterhaltsam, mit viel Lokalkolorit

Regionalkrimis haben Hochkonjunktur, aber nicht alle sind so gut gelungen wie „Die Blaue Reiterin“. Autorin Monika Pfundmeier lässt ihre Kriminalgeschichten in Oberammergau spielen und auch die Protagonistin ist ungewöhnlich: Die Metzgerin Theres Hack. „Die Blaue Reiterin“ ist der zweite Band mit Theres Hack, der erste Krimi „Kreizkruzefix“ drehte sich um Morde kurz vor den weltberühmten Passionsspielen der kleinen bayrische Gemeinde in den Ammergauer Alpen. Im jetzt erschienenen zweiten Buch legt Monika Pfundmeier die Spuren von Oberammergau bis nach Murnau, zur expressionistischen Malerin Gabriele Münter, ihrem „Russenhaus“, in dem sie mit Wassily Kandinski lebte und zur legendären Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ von der sich der Buchtitel ableitet.

Eine Künstlerin, die bei Gabriele Münter gelernt hat, wird tot im Murnauer Moos aufgefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Doch Theres Hack hat Zweifel, für sie ist klar: Hanna, die Künstlerin, starb keines natürlichen Todes und so nimmt die Metzgerin die Ermittlungen selbst in die Hand. Gemeinsam mit ihrem Vater Josef und Dorfpfarrer Paul stellt sie Nachforschungen in Hannas Umfeld an und stößt dabei auf ein tragisches Familiengeheimnis. Unkonventionell und mit Mut ermittelt Theres beweist den richtigen Riecher in Sachen Tod und Mord. Was nicht nur der Polizei aufstößt, sondern auch den Dorftratsch befeuert.

Was diesen Krimi besonders macht, sind die hervorragenden Orts- und Landschaftsbeschreibungen, die sogar einem Nordlicht, wie dem Schreiber dieser Zeilen die Szenerie vor Augen führt, die genaue Recherche um Gabriele Münter, ihre Lebens- und Liebesverhältnisse sowie die Reaktionen der Einheimischen darauf, das Geschehen rund um die weltberühmte Künstlervereinigung und der in Dialogen häufig angewandte bayrische Dialekt, in dem mit kräftigen und äußerst bildhaften Worten nicht gespart wird.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, die Wortwahl vor allem in den Dialogen sehr humorvoll und ironisch, aber auch emotional.  Die Geschichte hinter dem Krimi ist sehr schlüssig und die gelungene Mischung aus Spannung und Unterhaltung mit einem guten Schuss Sarkasmus macht diesen zutiefst bayrischen Krimi zu einem Lesevergnügen. Sehr unterhaltsam, ohne flach zu werden, mit viel Lokalkolorit und Lebensart – so machen auch Regionalkrimis, die in der bundesdeutschen Ferne spielen, sehr viel Spaß.

Die blaue Reiterin

Monika Pfundmeier

Servus Verlag

Broschiert, 296 Seiten, 14 Euro

ISBN: 978-3710402371

Weitere Informationen unter https://www.servus-buch.at/produkt/die-blaue-reiterin/