Buchcover Das Abenteuer, das Hamburg heißt

Das Abenteuer, das Hamburg heißt entstand aus einer Zeitungsserie, in der Erik Verg im Hamburger Abendblatt Mitte der 1970er-Jahre die Stadtgeschichte darstellte. Es unterschied sich erheblich von staubtrockenen Geschichtsbüchern und wissenschaftlichen historischen Artikeln, die bis dahin üblich waren. Denn Verg, der nach dem Krieg aus Tallin in die Hansestadt kam und von der neuen Heimat begeistert war, schilderte das Hamburg der Frühzeit und des Mittelalters im Schreibstil der Zeitungsartikel von heute und mit spürbarer Leidenschaft.

Enorme Resonanz

Die Idee, Hamburgs Geschichte vom Jahr 834 bis in die unmittelbare Vergangenheit historisch korrekt, aber in flottem Stil zu erzählen, kam hervorragend an: Die Resonanz der Leser auf diese Serie war so enorm, dass man sich entschloss daraus ein Buch zu machen. Die Erstausgabe erschien 1976 und war nach wenigen Wochen genauso vergriffen wie die aktualisierten Ausgaben, die 1989 sowie 1996 aufgelegt wurden. Und auch bei dieser neuen Auflage wird es nicht anders sein, weshalb man sich mit dem Kauf beeilen sollte.

Ein Bestseller

Denn Das Abenteuer, das Hamburg heißt ist eines der erfolgreichsten Hamburg-Bücher überhaupt und hat mittlerweile mehreren Generationen die Geschichte dieser schönen Stadt näher gebracht. Von der Gründung und dem Bau der Hammaburg über den Wendenaufstand von 1066, den Freibrief vom Kaiser, die Einführung der Reformation 1529, den Große Brand von 1842 oder die Cholera-Epidemie von 1892 werden die Ereignisse genauso lebendig und spannend beschrieben wie die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit dem Ersten Weltkrieg, der Revolution von 1919, der NS-Zeit, den Leiden im Zweiten Weltkrieg mit dem Feuersturm 1943, bei dem in einer einzigen Nacht 30.000 Menschen starben, dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit oder der  Flutkatastrophe 1962. Nicht nur die Geschichte der Stadt wird erzählt, sondern in dem jeweiligen Kapitel werden auch Ereignisse dokumentiert, die die Welt zu dieser bewegten.

Fachlicher Rat von Experten

Um fachlich auf der sicheren Seite zu sein, ließ sich Autor Erik Verg beraten von Hans-Dieter Loose, dem damaligen Leiter des Staatsarchivs und dem ehemaligen Direktor des Museums für Hamburgische Geschichte, Jörgen Bracker. Die Geschichten aus der Geschichte waren so gut recherchiert und aufbereitet, dass „Das Abenteuer, das Hamburg heißt“ als Schullektüre eingesetzt wurde und dies auch heute noch so ist.

Der Sohn übernimmt

Seit der Neuauflage1996 hat Erik Vergs Sohn Martin das Werk des mittlerweile verstorbenen Vaters übernommen. So ist aus dem Buch ein Familienwerk geworden, für dessen Aktualisierung Martin Verg verantwortlich ist, der als Chefredakteur beim Kindermagazin GEOlino arbeitet. Er nahm die jüngere Stadtgeschichte auf; mit Richter Gnadenlos, der 2001 Innensenator und Zweiter Bürgermeister wurde, mit dem Baubeginn der HafenCity, dem Erstanlauf der Queen Mary 2, den Ausgrabungen am Domplatz und dem Fund der Hammaburgreste. Das vorletzte Kapitel mit Datum 29. November 2015 beschreibt die gescheiterte Olympiabewerbung, der letzte Abschnitt schildert die ersten Orgelklänge am 16. September 2016 in der fertiggestellten Elbphilharmonie.

Modernes Layout

Die neueste Auflage  wurde stark erweitert und enthält viel neues Bildmaterial und ein modernes Layout. Das Buch glänzt auch mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis, einem Personen- und einem Sachregister. Das Abenteuer, das Hamburg heißt lässt die mehr als tausendjährige Geschichte der Stadt lebendig werden. Es ist nicht nur informativ mit vielen Details, sondern liest sich durch die reportageartige Aufbereitung auch noch spannend.

Ein fantastisches Buch, das in dieser Form einzigartig ist. Ein Muss für jeden Hamburger, der seine Stadt und deren Geschichte genauer kennenlernen möchte. Und eine gute Vorbereitung für Touristen, die vor ihrem Besuch etwas mehr über  die schönste Stadt der Welt erfahren möchten.

Das Abenteuer, das Hamburg heißt                                                                                                             Erik Verg / Martin Verg                                                                                                                               288 Seiten, ISBN  978383190671-0                                                                                                         Ellert & Richter Verlag, 19,95 Euro

Weitere Informationen unter www.ellert-richter.de